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Diskussion um die WM: EU-Parlamentarier rufen UEFA zur Stellungnahme über USA als Mitveranstalter auf

Diskussion um die WM: EU-Parlamentarier rufen UEFA zur Stellungnahme über USA als Mitveranstalter auf

Verschiedene Abgeordnete des EU-Parlaments haben eine deutliche Haltung der Europäischen Fußballunion (UEFA) bezüglich der USA als Mitgastgeber der WM verlangt. Dies teilte der Spiegel am Mittwoch mit. Das Schreiben, das dem Magazin zugespielt wurde, tragen 19 Vertreter der Grünen, Sozialdemokraten, Liberalen und Linken mit, darunter Politiker aus Deutschland.

"In den vergangenen Jahren, vor allem unter der Trump Administration, haben die USA Maßnahmen umgesetzt und eine Sprache genutzt, die Zweifel an der Einhaltung des Völkerrechts, demokratischer Prinzipien und des Rechts auf Selbstbestimmung weckt", steht in dem Brief an die UEFA, der auch die Kontroverse um Grönland anspricht.

Die Einwohner des autonomen Gebiets, das zu Dänemark zählt, wurden "manchmal" wie "ein strategisches oder wirtschaftliches Objekt" behandelt und nicht wie eine Gemeinschaft mit dem Anrecht, über ihre Zukunft zu bestimmen.

Diese Art von Sprache kollidiere mit den Idealen des Fußballsports, zu denen "Achtung, Würde, Gleichberechtigung sowie die wechselseitige Anerkennung von Ländern und Völkern" zählen, zitiert der Spiegel aus dem Dokument. Die Durchführung der Weltmeisterschaft im Sommer trage "das Risiko, solche politischen Positionen zu akzeptieren und zu rechtfertigen. Ein Event, das Milliarden anspricht, lässt sich nicht vom politischen Umfeld isolieren".

Die UEFA habe sich klar zu Menschenrechten, Inklusivität und dem Respekt vor globalen Standards bekannt. "Diese Pflichten gelten weiterhin, selbst wenn wirtschaftliche Vorteile oder politischer Einfluss wachsen." Nach Angaben des Spiegels fordert das Schreiben die UEFA auf, die Vergabe des speziell eingerichteten FIFA Friedenspreises an US Präsident Donald Trump öffentlich zu verurteilen.

Außerdem soll die UEFA Gespräche über mögliche Folgen fördern, "einschließlich gemeinsamer Boykotte oder weiterer Schritte, sollte diese Prinzipien weiter ignoriert werden". Das Schreiben zielt nicht auf den Sport, die Athleten oder die Zuschauer ab. Es gelangt bei der UEFA knapp eine Woche vor ihrem Kongress in Brüssel (12. Februar).

Kürzlich hat die Debatte zur WM auch in Deutschland an Fahrt gewonnen. Der Deutsche Fußball Bund (DFB) sprach sich gegen einen Boykott aus. Die Bundesregierung unterstützt eine derartige Aktion derzeit ebenfalls nicht, wie Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, in der Süddeutschen Zeitung erläuterte.

Die harte Linie von US Präsident Trump, etwa hinsichtlich Grönland und der Verschärfungen bei den Operationen der Einwanderungsbehörde ICE, haben in den letzten Wochen die Auseinandersetzung angeheizt. Auch aus politischen Kreisen kamen erste Vorschläge für einen Boykott.