WM-Vorschau: Belgien erwartet hochmotivierten Iran – Garcia dosiert Lukakus Kräfte
Vor dem richtungsweisenden WM-Gruppenspiel am Sonntag warnte Außenverteidiger Thomas Meunier eindringlich vor der Motivation des Gegners. Die iranischen Spieler würden alles daransetzen, den Menschen in ihrer Heimat inmitten schwerer Zeiten eine Freude zu machen.
"Für uns ist das eine zusätzliche Herausforderung", erklärte Meunier und zeigte großes Verständnis für die emotionale Lage des Gegners. "Ich kann mir vorstellen, dass viele Spieler Familie im Iran haben, die direkt vom Krieg betroffen sind." Er bezog sich dabei auf den Konflikt, der nach den Angriffen der USA und Israels im Februar entbrannt war.
Garcia setzt auf Flexibilität und Selbstvertrauen
Trotz der Startschwierigkeiten beim 1:1-Unentschieden gegen Ägypten geht das belgische Team mit breiter Brust in die Partie. Nationaltrainer Rudi Garcia lobte vor allem die Moral seiner Mannschaft, die nach einem Rückstand Charakter bewies: "Wir waren taktisch anfangs nicht optimal eingestellt, haben uns dann aber gut angepasst."
Nun wartet mit dem Iran ein Gegner, der nach einem 2:2 gegen Neuseeland ebenfalls mit einem Punkt gestartet ist. Für Garcia gilt es, die richtige Balance zwischen erfahrenen Stützen und jungen Talenten zu finden. Um den erhofften Dreier einzufahren, fordert der Coach vollen Fokus: "Wir müssen morgen zu 100 Prozent funktionieren."
Besonderes Augenmerk liegt auf Top-Stürmer Romelu Lukaku. Der bullige Angreifer wurde im Auftaktspiel für die letzten 25 Minuten eingewechselt und erzwang prompt das entscheidende Eigentor der Ägypter. Trotz seiner Wucht warnt Garcia vor Übereifer: Lukaku hat bewiesen, dass er jede Abwehrreihe knacken kann, aber die Gefahr einer Überlastung ist groß. Der Angreifer wird für den weiteren Turnierverlauf fit gebraucht. "Die Versuchung ist groß, ihn länger spielen zu lassen, als es vernünftig wäre. Aber wir müssen vorsichtig sein", betonte der Trainer.
Bessere Bedingungen in Los Angeles und ein privates Lächeln
Hoffnung schöpfen die Belgier auch aus den veränderten äußeren Umständen. Hatte das Team in Seattle noch mit extremer Hitze und einem stumpfen, ausgetrockneten Rasen zu kämpfen, sieht es in Los Angeles deutlich besser aus. "Das Gras ist kürzer, der Ball wird schneller laufen. Das liegt uns mehr", freute sich Meunier.
Zum Match-Center: Belgien vs. Iran
Am Rande der Pressekonferenz wurde es dann noch kurz emotional, als Meunier nach der Rolle seiner Mutter während seiner Jugend gefragt wurde. Mit einem Schmunzeln verriet der Abwehrspieler: "Sie war damals meine Managerin. Auch wenn sie selbst nach all den Jahren immer noch nicht viel von Fußball versteht – sie war immer an meiner Seite. Es ist einfach schön, hier über seine Mutter sprechen zu können."