WM-Comeback von Manuel Neuer: "Er kommt mit der Drucksituation klar"
Nach vielen Monaten voller Diskussionen und unzähligen neuen Fitnessmeldungen ist es am Sonntag (19 Uhr MESZ) endlich so weit: Manuel Neuer wird sein Comeback im Dress der deutschen Fußballnationalmannschaft geben – genau 709 Tage nach seinem 124. und bislang letzten Länderspiel für Deutschland.
Dass Neuer mit Wadenproblemen zu kämpfen hat und vor dem Auftaktspiel gegen Curacao keine Spielzeit bekam, stellt für DFB Trainer Julian Nagelsmann kein Problem dar. "Er muss sich in seinem Alter nicht erst eingewöhnen. Er kommt mit dem Druck klar", stellte der Coach fest.
Es gibt auch Skepsis
Neuers überraschendes Comeback verlief nicht ohne öffentliche Kritik. Dass Oliver Baumann während der gesamten WM Qualifikation gesetzt war und auch bei den Testspielen gegen Finnland (4:0) sowie der Generalprobe gegen die USA (2:1) im deutschen Tor stand, sorgte bei manchen Experten für Stirnrunzeln.
Die Entscheidung hätte "mit mehr Klarheit kommuniziert werden müssen", meinte etwa der ehemalige Nationaltorwart René Adler. "Das war nicht sauber", erklärte der ZDF Experte.
Match Center: Deutschland gegen Curacao
Gegen Neuer kommen auch Superstars ins Schwitzen
Aber natürlich kennt auch er die unglaubliche Aura von Manuel Neuer. Bereits 2010, als Deutschland mit furiosem Angriffsfußball spielte und bis ins Halbfinale kam, hatte der fünffache Welttorhüter eine wichtige Rolle. Beim Titelgewinn vier Jahre später wurde Neuer endgültig zur Legende.
Sein spektakulärer Auftritt im Achtelfinale gegen Algerien veränderte das Torwartspiel für immer. Neuer wurde zum Libero, lief mutig aus seinem Kasten, zeigte seine fußballerischen Fähigkeiten und unterband so die gefährlichen Konter des Gegners – und ebnete damit den Weg zur vierten WM Trophäe für Deutschland.
Obwohl er mit 40 Jahren seltener Risiken eingeht als früher und regelmäßig mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hat, ist seine Klasse unbestritten. Sein Auftritt im Viertelfinale gegen Real Madrid, als er Kylian Mbappé und Vinicius Junior mit zahlreichen Weltklasseparaden zur Verzweiflung brachte, ist ein ausreichender Beweis.
"Wenn ein Vinicius alleine auf Manu zuläuft", sagte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus, "hat er schon einen kleinen Strich in der Hose." Jonathan Tah bestätigte das: "Man hat einfach diese Ehrfurcht: Das ist Manuel Neuer."