"Wer schaut schon bei uns vorbei?" Elversberg bleibt entspannt im Rennen um den Aufstieg
In dem ruhigen Elversberg haben sie sich an den Abgang bekannter Persönlichkeiten gewöhnt. Horst Steffen übernahm vor der Spielzeit den Trainerposten bei Werder Bremen, der Torbeschießer Younes Ebnoutalib ging im Januar zu Eintracht Frankfurt, und kürzlich folgte Sportdirektor Ole Book Sebastian Kehl nach Borussia Dortmund. Trotz dieser prominenten Abgänge halten die Saarländer ihren Kurs, arbeiten weiterhin bedächtig und hoffen erneut auf den Einstieg in die Bundesliga.
Vor dem Duell in der 2. Bundesliga am Sonntag (13:30 Uhr, Sky) gegen den Tabellenführer Schalke 04 befindet sich die SVE auf Platz drei, der Relegationsplatz für den Aufstieg. Ein Triumph könnte den Königsblauen die Spitze entreißen. In Elversberg herrscht jedoch keine große Nervosität.
Match-Center: Elversberg vs. Schalke
Kein Risiko
"Druck? Bei mir gibt es keinen Druck", erklärte Kapitän Lukas Pinckert der Saarbrücker Zeitung: "Unabhängig vom Ergebnis fahre ich nach dem Match einfach nach Hause zu meiner Familie." Die Positionierung in der Tabelle "spielt da keine Rolle".
Für die Elversberger ist diese starke Lage zum Saisonende nichts Neues. Letztes Jahr kämpften sie lange um den Aufstieg, scheiterten dann in der Relegation an 1. FC Heidenheim. Nach dem Sommer, in dem neben Steffen mehrere Schlüsselspieler wie Leihgabe Fisnik Asllani den Klub verließen, prognostizierten viele Kenner einen Rückschlag, der aber ausblieb.
Im Saarland wird das gelassene Umfeld fernab des großen Hypes geschätzt. "Wer interessiert sich denn für uns?", fragte Pinckert. Es gebe "nur uns als Team, den Klub und vielleicht einige in der Nähe. Mehr nicht. Woher sollte da Stress kommen." Auch Trainer Vincent Wagner geht ruhig in die entscheidenden Wochen: "Bezüglich der Tabelle haben wir schon eine Weile nichts mehr zu riskieren."