Wenig Liebe für Tuchel: "Glaube nicht, dass er eine Ahnung hat"
Mit sieben Punkten durch die Vorrunde, Bayerns Harry Kane liefert Tore am Fließband – und auch Sorgenkind Jude Bellingham zeigt ansteigende Form: Auf den ersten Blick scheint die englische WM-Mission nach Plan zu laufen.
Doch stattdessen brodelt es auf der Insel vor dem Sechzehntelfinale gegen die Demokratische Republik Kongo gewaltig. Im Fokus der Kritik steht Thomas Tuchel. Zahlreiche TV-Experten und Medien arbeiten sich in Dauerschleife am deutschen Trainer der Three Lions ab.
"Ich glaube nicht, dass er eine Ahnung hat, wie seine beste Elf aussieht. Das ist nicht gut", sagte Roy Keane beim TV-Sender ITV. Er glaube "nicht, dass Thomas Tuchel vom Feld geht und denkt, dass aktuell alles perfekt ist", ergänzte TV-Kollege und Ex-Nationalspieler Gary Neville.
Die Bedenken für die Partie gegen DR Kongo am Mittwoch (18 Uhr MESZ/ARD und Magenta TV) in Atlanta halten sich in Grenzen.
Match-Center: England vs. DR Kongo
"Zauberer" werden schmerzlich vermisst
Die Erfüllung des Traums vom ersten Titel seit 1966 scheint ob der spielerisch glanzlosen Auftritte in weiter Ferne.
Tuchel muss sich mit ähnlicher Kritik auseinandersetzen, wie über Jahre auch sein Vorgänger Gareth Southgate: Kein Spektakel, wenig Kreativität, schlechte Abläufe.
England falle "nichts ein gegen eine Mannschaft, die tief steht und uns die Aufgabe stellt, etwas Magie für den Dosenöffner zu finden", schrieb Jamie Carragher in seiner Kolumne für den Telegraph.
Dabei falle dem Ex-Trainer von Bayern und Dortmund die Kadernominierung auf die Füße. "Wenn man 26 Spieler nominieren darf, dann wähle ich mindestens einen Zauberer aus", führte der Ex-Nationalspieler aus. Einen "mit dem X-Faktor, der ein anderes Profil hat als alle anderen."
Das ein Spieler wie Cole Palmer zu Hause sei, fühle sich "einfach verkehrt an", betonte Sturm-Ikone Alan Shearer: "Ein Spieler, der im EM-Finale getroffen und Paris Saint-Germain bei der Klub-WM zerpflückt hat." Auch das Fehlen von Phil Foden oder Trent Alexander Arnold gehe zu Lasten der Kreativität.
Tuchel selbst mahnt zur Ruhe. "Das Turnier", sagte Tuchel, beginne in der K.o.-Phase "von Neuem. Je wichtiger die Spiele werden, desto stärker werden auch wir. Wir werden uns steigern", versprach er.
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