Warum Florentino Pérez mit José Mourinhos Rückkehr nach Real alles richtig plant

Warum Florentino Pérez mit José Mourinhos Rückkehr nach Real alles richtig plant

In den letzten beiden Saisons hat das Team die enormen Erwartungen nicht erfüllen können. Die Erfolge waren knapp: nur der UEFA Super Cup sowie die Klub Weltmeisterschaft. Obwohl Kylian Mbappé geholt wurde und der Kader mit Weltklassestars überquillt, fallen die Royals in der Liga hinter FC Barcelona zurück. In der Champions League besteht die Gefahr, den Anschluss an die europäische Spitze zu verlieren.

Ein pikantes Detail: Gerade Mourinhos aktueller Verein Benfica Lissabon hat Real in dieser Champions League Saison aus den direkten Plätzen für die K.o. Runde gedrängt, dank eines Tores in letzter Sekunde vom Keeper Anatoliy Trubin. Solche spannungsgeladenen Momente sind pure Fußballmagie, genau das, wo Mourinho am besten ist.

Außerhalb der großen Schlagzeilen zeigt Mourinho gerade in Portugal, dass er fachlich weiterhin zur Weltelite gehört. Er ist drauf und dran, Benfica eine Saison ohne Niederlage zu ermöglichen. Seine Karrierestatistiken sind beeindruckend: In der Premier League haben als ausländische Trainer nur Arsène Wenger und Pep Guardiola mehr Spiele geleitet als er (363). Auf europäischer Bühne sind nur Sir Alex Ferguson und Carlo Ancelotti mit ihren 261 Partien leicht voraus.

Höchste Siegquote in der Real Geschichte

Auch geschichtlich gesehen spricht viel für den Portugiesen: Unter allen Real Trainern mit mindestens 100 Pflichtspielen hat Mourinho die beste Quote von 71,91 Prozent. Aus 178 Matches holte er 128 Siege bei lediglich 22 Niederlagen. Zum Vergleich: Carlo Ancelotti liegt trotz mehr Spielen bei 70,82 Prozent. Nur Manuel Pellegrini hatte mit 75 Prozent bei nur 48 Partien eine bessere Rate.

Ein hartnäckiges Klischee ist, dass Mourinho zu defensiv trainiert. Die Fakten sprechen dagegen: Sein Team aus der Saison 2011/12 erzielte im Schnitt drei Tore pro Spiel und war die gefährlichste Real Mannschaft des 21. Jahrhunderts. Keine andere Formation der vergangenen 25 Jahre war so effektiv im Strafraum des Gegners.

Kann Mourinho das Sternen Team meistern?

Interessant ist sein Rekord gegen andere Top Trainer: Gegen West Ham und Everton ging er meist siegreich vom Platz, doch Pep Guardiola und Jürgen Klopp sind seine persönlichen Herausforderer. In 24 Duellen mit Guardiola siegte er nur sechsmal (25 Prozent). Gegen Klopp ist die Bilanz noch schlechter: In 13 Spielen gewann der Deutsche siebenmal, Mourinho nur zweimal.

In einem Kader voller Stars wie bei Real Madrid zählt Respekt am meisten. Kaum ein Coach verkörpert so viel natürliche Autorität wie Mourinho. Er versteht es, mit Weltklasse Spielern umzugehen, hat Figuren wie Cristiano Ronaldo, Karim Benzema, Kaká und Sergio Ramos geprägt. Bemerkenswert: Selbst der jetzige Trainer Álvaro Arbeloa und sein Vorgänger Xabi Alonso waren vor 16 Jahren schon in Mourinhos erstem Real Aufgebot.

In einem Verein mit so etablierten Strukturen und Traditionen etablieren sich nur starke Charaktere. Mourinho zu verpflichten wäre kein verzweifelter Schachzug, sondern ein gezielter Einsatz bewährter Qualitäten, auch wenn Skeptiker meinen, dass Namen wie Mauricio Pochettino oder Didier Deschamps zukunftsorientierter wären. Wenn Florentino Pérez etwas plant, setzt er es meist um. Die Fußballwelt blickt gespannt zu.