Völlig losgelöst: Kimmich, Neuer und Co. heben ab in Richtung

Völlig losgelöst: Kimmich, Neuer und Co. heben ab in Richtung

Beim Einchecken für den Flug LH 434 an Gate Z16 im Terminal 1 musste Julian Nagelsmann keine neuen Gesichter begrüßen. Im Lufthansa-Flieger von Frankfurt nach Chicago saßen am Dienstag genau die Auserwählten für die Jagd nach dem fünften Stern, die der Bundestrainer zwölf Tage zuvor nominiert hatte. Wenige Stunden zuvor hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bestätigt, dass es keine Änderungen am gemeldeten Kader geben wird. Und die Vorfreude auf das WM-Abenteuer stieg mit jeder Flugstunde über dem Atlantik.

"Die WM-Euphorie nimmt immer weiter zu. Wenn man dann in Amerika ankommt, wird sie riesig sein", sagte Angreifer Deniz Undav vor dem Aufbruch zur Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli). Wie dem Stuttgarter ging es allen Akteuren des Aufgebots, das am Montag endgültig beim Weltverband FIFA gemeldet werden musste. 26 Nominierte plus Trainingskeeper Jonas Urbig gehören zum DFB-Tross. Einer von ihnen stößt jedoch erst in den USA zum Kreis seiner Teamkollegen.

"Die Vorfreude ist natürlich enorm", äußerte Kai Havertz, der nach dem knappen, im Elfmeterschießen verlorenen Champions-League-Finale mit dem FC Arsenal gegen Paris Saint-Germain die Reise nach Chicago getrennt antrat: "Ich habe mir schon einige Videos auf YouTube von den Jungs angesehen und kann es kaum erwarten, zu ihnen zu stoßen."

Einsamer Havertz verpasst Mannschaftsabend

Havertz verpasste zu seinem Bedauern den letzten gemeinsamen Abend auf deutschem Boden. Im Frankfurter Asia-Restaurant "Zenzakan" schwor sich die Mannschaft am Montag zusammen mit Familienmitgliedern bei Sushi und Grill-Spezialitäten auf ein erfolgreiches Turnier ein. Das erste Domizil in Chicago, das nicht zu den WM-Spielorten zählt, ist das Waldorf Astoria. Am Mittwochvormittag stand auf dem Gelände des MLS-Klubs Chicago Fire, dem Ex-Verein von Bastian Schweinsteiger, das erste Training auf US-Boden an.

Am Samstag (20.30 Uhr MESZ/RTL) wartet im berühmten Soldier-Field-Stadion die WM-Generalprobe gegen Co-Gastgeber USA. Nach dem überzeugenden 4:0 (1:0) am vergangenen Sonntag im vorletzten WM-Test gegen Finnland erwartet Nagelsmann eine echte Bewährungsprobe. "Das wird ein sehr emotionales Spiel in einer Stadt ohne WM-Spiel, gegen den Gastgeber, der seinen letzten Test bestreitet", sagte der Coach, der mittlerweile "keine großen Baustellen" in seinem Kader mehr sieht und den neunten Sieg in Folge anstrebt.

Zwischen den Pfosten soll dabei Manuel Neuer stehen. Falls der Rio-Weltmeister seine Wadenverletzung endgültig überwunden hat, würde er erstmals seit 2024 wieder das deutsche Tor hüten. In den Tagen vor der Partie will Nagelsmann in der "Windy City" die Dinge weiter "einschleifen, "die wir seit drei Jahren machen". Gegen die USA werde es "wichtig sein, dass wir an die Art und Weise anknüpfen", sagte Kapitän Joshua Kimmich, "dann sind wir gut präpariert fürs Turnier".

Noch mehr als das Finnland-Spiel dürfte die Partie gegen die USA ein Fingerzeig in Richtung WM-Startelf sein. Gegner beim Turnierauftakt am 14. Juni in Houston ist Außenseiter Curacao. Danach geht es in Gruppe E noch gegen die Elfenbeinküste (Cote d'Ivoire) (20. Juni/Toronto) und Ecuador (25. Juni/East Rutherford).