Urs Fischer bei Mainz: Der präzise Schweizer entfaltet sein Talent
Gelassen, nüchtern und durchdacht. Diese Merkmale umreißen den Charakter von Urs Fischer am besten. Dennoch erregt der 60-jährige Trainer seit seinem Einstieg bei 1. FSV Mainz 05 großen Aufsehen. Er hat die Rheinhessen lediglich aus dem Abstiegsbereich der Bundesliga herausgeführt und könnte eine anfangs problematische Saison noch mit einem bahnbrechenden Erfolg im Europapokal beenden.
Die Mainzer möchten am Donnerstag die Basis dafür schaffen. Im Hinspiel des Viertelfinals der Conference League trifft das Team im eigenen Stadion auf Racing Straßburg (21 Uhr/RTL+). Zum allerersten Mal gelangen die Rheinhessen in einem europäischen Wettbewerb unter die letzten acht Teams. Für den Trainer Fischer stellen solche Europapokalabende hauptsächlich eine "Abwechslung vom täglichen Einerlei".
Match-Center: Mainz vs. Straßburg
Mainz reitet die Welle des Erfolgs
Der frühere Erfolgs-Trainer von Union Berlin fühlt sich nach wie vor im harten Abstiegskampf. Doch vier Monate nach der Übernahme des Amts vom zuvor entlassenen Bo Henriksen sprechen alle Zeichen für eine gelungene Rettungsaktion.
Als Fischer Anfang Dezember dem damaligen Tabellenletzten beitrat, hatte Mainz lediglich sechs Punkte aus 13 Partien geholt. Sechs Spieltage vor dem Saisonende belegt das Team mit 33 Punkten den neunten Platz, in der Rückrundentabelle steht es auf Position vier.
Es habe sich vor allem darum gedreht, "kleine Anpassungen vorzunehmen und eine gewisse Beständigkeit zu erreichen", blickte Fischer zurück. Er habe gestrebt, "nicht allzu viel zu ändern. Die Ergebnisse folgten dann, sie wirken als bestes Heilmittel gegen jegliche Probleme." Bei der Zusammenarbeit mit dem Kader achte er darauf, "echt zu bleiben und nichts vorzutäuschen, was man nicht verkörpert" .
In Mainz trägt diese Vorgehensweise bisher Früchte. Wegen der schnellen Umkehr lässt sich das europäische Abenteuer jetzt noch herzlicher erleben.