Unwürdige Szenen bei Senegals Triumph gegen Marokko

Unwürdige Szenen bei Senegals Triumph gegen Marokko

Spannung, Unruhe und peinliche Vorfälle prägten den Erfolg des Senegal im Afrika-Cup, der durch erregte Kundgebungen und Störungen getrübt wurde. Im Endspiel, das mit 1:0 (0:0) nach Verlängerung entschieden wurde, entreißte die Mannschaft mit Stars wie Nicolas Jackson von Bayern und Sadio Mané den verzweifelten Gastgebern aus Marokko alle Illusionen. Ein streitbarer Strafstoß kurz vor Ausklang der normalen Spielzeit ließ sogar einen möglichen Abbruch des Duells ahnen.

Der Trainer des Senegal, Pape Thiaw, rief seine Mannschaft nach der umstrittenen Entscheidung vom Rasen, während auf den Rängen in Rabat Tumult ausbrach. Anhänger des Senegal versuchten, aufs Feld zu gelangen, doch Einsatzkräfte hielten sie zurück. Erst rund 20 Minuten nach dem Penalty durfte Brahim Díaz von Marokko zum Schuss anlegen. Er legte den Ball schwach und ohne Kraft in die Hände von Edouard Mendy, der sein Land in die Extra-Zeit brachte. Dort traf Pape Gueye in der 94. Minute mit einem Volltreffer und sicherte Senegal den zweiten Afrika-Cup-Sieg seit 2022. Die Marokkaner indes harren weiter aus, ihr letzter und einziger Titel stammt aus vor 50 Jahren.

"Wir haben unser Bestes getan, wir haben fair gespielt. Senegal ist Afrikameister, und wir freuen uns riesig", erklärte Gueye, der als Mittelfeldakteur beim FC Villarreal in Spanien agiert.

Díaz konnte die jahrelange Titelsuche Marokkos beenden, doch in diesem Schlüsselmoment seiner Laufbahn verließ ihn der Mut. Der Real-Madrid-Spieler war kurz vor Ende im Strafraum gestolpert, Schiedsrichter Jean-Jacques Ndala sprach nach Überprüfung der Videoaufnahmen den Punkt. Thiaw roch Foulspiel und ließ seine Leute abziehen, doch Sadio Mané brachte wieder Klarheit, sodass Senegals Team das Spiel fortsetzte. Der Rufschaden für den afrikanischen Fußball war jedoch schon entstanden.

Für Marokko, das 2004 gegen Tunesien im Finale gescheitert war, sollte es im eigenen Haus endlich gelingen, den Pokal zu holen. Diese beeindruckende Gruppe mit Persönlichkeiten wie Achraf Hakimi von Paris Saint-Germain und Díaz hatte bereits bei der Weltmeisterschaft in Katar Eindruck gemacht. Auch in ihrem Turnier zu Hause verlief alles planmäßig, bis Marokko im Semifinale dank Torhüter Bono per Elfmeter den Rivalen Nigeria bezwang.

Im Endspiel bot sich bis in die Nachspielzeit ein ebenbürtiges Bild, dann der erste Eklat. Schiedsrichter Ndala ließ zunächst nach einem angeblichen Vergehen von Abdoulaye Seck abwinken, doch gleich darauf köpfte Moussa Niakhate vom Senegal in der 90.+2 Minute. Das Tor wurde annulliert, und per Vorgaben durfte der Videoassistent dies nicht nachsehen. Bald darauf entschied Ndala auf der anderen Seite für einen Strafstoß, worauf der Aufruhr losging.