"Unfair" und unpassend für Führungsrolle: Schult rügt Antonio Rüdiger
"Ein Anführer sollte für mich ein Vorbild verkörpern und den Weg weisen", erklärte Schult in einem Gespräch mit WEB.DE News. Antonio Rüdiger agiere als "emotionaler Anführer", jedoch "aus meiner Perspektive gelegentlich übertrieben und in gewissen Momenten unfair. Solches Gebaren eignet sich nicht für die Position des Vizekapitäns in der Nationalelf", ergänzte die 35-jährige Torhüterin.
Aus ihrer Sicht hätte Nationaltrainer Julian Nagelsmann früher durchaus auf eine Nominierung von Rüdiger verzichten können. Der 33-Jährige weise mehrere Vorfälle auf, "die man insgesamt als Begründung nehmen könnte, um ihn mal nicht zu berufen", betonte die Olympiasiegerin von 2016.
Kürzlich hat Nagelsmann Rüdiger für die bevorstehende Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) auf den zweiten Rang in der Innenverteidigung hinter Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck herabgestuft.
Schult bemängelt auch Nagelsmann
Daneben erkannte Schult bei Nagelsmann Potenzial zur Verbesserung, insbesondere in der Kommunikation: "Es geschieht, dass er Begründungen für einen Spieler vorbringt, die er Wochen oder Monate später ähnlich gegen denselben oder einen anderen einwendet. Das erscheint von außen nicht immer vollends nachvollziehbar", sagte die langjährige Torfrau des VfL Wolfsburg.
Die Entschuldigung von Nagelsmann gegenüber Deniz Undav, den er trotz eines Tores im Testspiel gegen Ghana Ende März öffentlich getadelt hatte, bewertete Schult hingegen positiv: "Es ist im Prinzip gut, dass Julian Nagelsmann bereit ist, solche Punkte noch einmal zu besprechen."