Undav erzielt zwei Tore: Die DFB-Elf steigert die Vorfreude auf die Weltmeisterschaft
Undav zeigte seine Fähigkeiten als Vertreter des Champions-League-Endspielteilnehmers Havertz mit zwei Treffern (34./57.) und der Vorlage zum 2:0 durch Florian Wirtz (48.). Nach seinem zweiten Tor musste er jedoch wegen Problemen am Oberschenkel ausgewechselt werden. Die Ängste der Fans in Mainz zerstreute der nach 434 Tagen zurückgekehrte Zauberfuß Jamal Musiala umgehend mit dem vierten Tor (63.), auch wenn der Münchner nicht alles richtig machte.
14 Tage vor dem WM-Auftakt in Houston gegen Curacao lief gerade in der ersten Halbzeit nicht alles perfekt. Die deutliche Steigerung in der zweiten Hälfte machte jedoch Lust auf mehr, vor allem der junge Star Lennart Karl nutzte seine Gelegenheit.
Guter Start ohne Ertrag
Die Zuschauer wurden bereits lange vor dem Anpfiff mit WM-Hits vergangener Jahre in Stimmung versetzt. Als die DFB-Mannschaft um 20.11 Uhr zum Aufwärmen in die Arena kam, brach Jubel aus. Später zeigten die Fans eine große Choreografie: Sie färbten die Westtribüne in den deutschen Farben und hielten ein Banner mit acht Nationalspielern hoch. „LET'S GO“ stand darunter in großen Buchstaben.
Und die Mannschaft bemühte sich, die Vorgabe sofort umzusetzen. Undav vergab eine erste gute Gelegenheit (8.), als er im Strafraum den Ball nicht richtig traf. Wirtz und Nathaniel Brown, der etwas überraschend auf der linken Abwehrseite begann, hatten sich sehenswert nach vorne kombiniert.
Insgesamt hatte Nagelsmann für den letzten WM-Test auf deutschem Boden einigen Spielern eine Bewährungschance gegeben. Der Dortmunder Felix Nmecha begann im Mittelfeld an der Seite des gesetzten Aleksandar Pavlovic, der Münchner Karl durfte vorne rechts starten, zudem bekam Brown den Vorzug vor David Raum.
Der Frankfurter Verteidiger habe „die Gabe, offensiv die Räume zu finden“ und einen „guten Speed“, sagte Nagelsmann im ZDF. Raum wiederum sei eine „Art emotionaler Leader“, auf der Position des Linksverteidigers habe er „zwei sehr gute Spieler“ zur Verfügung.
Undav bringt den Knoten zum Platzen
Dem guten Beginn ließ Deutschland jedoch etliche Minuten Leerlauf folgen. Das Team fand kaum Lücken und spielte nach vorne behäbig. Die Fans beobachteten das Spiel dennoch äußerst wohlwollend. Der degradierte Torhüter Oliver Baumann, der für den an der Wade verletzten Rückkehrer Neuer begann, erhielt bei seinem ersten Ballkontakt großen Applaus und wurde in der Schlussphase mit Sprechchören bedacht.
Doch vorerst sprang der Funke nicht über. Letztlich musste ein Standard helfen: Karl führte einen Eckstoß kurz aus, die Abwehr der Finnen war unsortiert – und so durfte Undav eine Flanke von Joshua Kimmich per Kopf versenken.
Insgesamt punktete Karl auf der rechten Seite: Der 18-Jährige spielte ähnlich locker und unbekümmert wie im Verein. In einer zähen ersten Halbzeit war er ein Lichtblick. Mit seiner Mannschaft war Nagelsmann sichtlich unzufrieden, griff mehrfach korrigierend ein.
Doch nach der Pause nahm Deutschland Schwung auf. Undav erkämpfte den Ball im finnischen Strafraum und bediente Wirtz per Grätsche, wenig später erhöhte er nach einem Konter – herrlich eingesetzt von Karl. Doch bei der Aktion verletzte sich Undav.
Die DFB-Elf ließ sich davon nicht beirren: Musiala sorgte dafür, dass die Mannschaft am Dienstag mit einem guten Gefühl in Frankfurt abheben wird. Am 6. Juni findet in Chicago die WM-Generalprobe gegen Co-Gastgeber USA statt. Ob Neuer dann im Tor stehen wird, ist offen.