Trump plant abweichende Pläne zur WM: Amnesty mahnt zur Vorsicht bei USA-Einreise

Trump plant abweichende Pläne zur WM: Amnesty mahnt zur Vorsicht bei USA-Einreise

Bereits an der Grenze könnten deutsche Fans verstärkte Überprüfungen erleben. "Dabei könnten Social-Media-Beiträge überprüft und auf antiamerikanische Haltung geprüft werden. Besonders betroffen wären Transpersonen, da Transidentitäten in den USA nicht offiziell anerkannt sind", warnte Liebing. Zudem stehe es fest, dass die kontroverse Einwanderungsbehörde ICE eine zentrale Rolle einnehmen werde. "Wir haben bisher keine Garantien von US-Behörden oder der FIFA erhalten, dass keine Razzien stattfinden werden."

Trump möge zwar ein reibungsloses Turnier anstreben. Die entscheidende Frage bleibe jedoch, was er darunter verstehe. "Hierin liegt das Risiko: Er könnte es lenken wollen und genau deswegen auf Unterdrückung setzen, um Proteste zu verhindern, die das Image beeinträchtigen könnten", erklärte Liebing: "Wir verlangen eine WM frei von Furcht und Diskriminierung. Trump scheint eine völlig andere Sicht darauf zu haben."

Position des DFB?

Neben dem Weltverband FIFA trage auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Verantwortung, betonte die Menschenrechtsaktivistin. In Katar, wo die Debatten nach dem Start abebbten, veröffentlichte der DFB 2022 ein Papier zu Menschenrechtsstandards. "Bislang haben wir jedoch nichts zum Turnier in den USA, Kanada und Mexiko vom DFB vernommen", bemängelte Liebing: "Deshalb erwarten wir, dass der DFB sich in den kommenden Wochen und Monaten stärker für den Menschenrechtsschutz bei dieser WM einsetzt."

Bei den Spielern sehe sie hingegen "keine Hauptverantwortung". Wichtig sei vielmehr, "sich für ein solides Schutzkonzept einzusetzen, das Gäste aus Deutschland und der ganzen Welt vor Razzien, Einreiseverboten und Benachteiligung bewahrt", so Liebing.