Trotz Hexenkessel in Mexiko: England brennt auf WM-Achtelfinale im Aztekenstadion

Trotz Hexenkessel in Mexiko: England brennt auf WM-Achtelfinale im Aztekenstadion

Die Vorzeichen könnten kaum anspruchsvoller sein: Es gibt Befürchtungen, dass mexikanische Fans die Nachtruhe der Engländer stören wollen, zudem sind die Hausherren bestens an Spiele auf 2.200 Metern Höhe gewöhnt. Für die "Three Lions" entwickelt sich die Partie damit zu einer der härtesten Reifeprüfungen des gesamten Turniers. Doch im englischen Lager betont man unisono: Genau so wollen wir es.

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"Die gesamte Vorbereitung mit all den Hürden, die wir überwinden müssen, setzt bei uns nur noch mehr Adrenalin frei. Die Vorfreude im Team ist riesig", erklärte Offensivspieler Morgan Rogers am Freitag vor dem Abflug nach Mexiko. "Die Chance, in ein WM-Viertelfinale einzuziehen, bedeutet uns Spielern einfach alles. Dieses Drumherum macht es erst zu einem echten Großereignis." Rogers fügte selbstbewusst hinzu: "Natürlich wissen wir um die Schwierigkeiten, die Heimstärke der Mexikaner und die hitzige Atmosphäre. Aber wir wissen auch: Wenn wir unser Maximum abrufen, können wir jeden schlagen."

Gegner Mexiko stürmte bislang ungeschlagen und ohne ein einziges Gegentor in die K.-o.-Runde. Mit einem Sieg über Ecuador in der Runde der letzten 32 beendeten die Mittelamerikaner zudem eine 40-jährige Durststrecke ohne Erfolg in einer WM-Endrunde.

Stürmerstar Marcus Rashford wischt die Bedenken bezüglich der Höhenlage und der Stimmung dennoch beiseite: "Am Ende ist es ein Fußballspiel. Wir kicken alle, seit wir Kinder sind, und haben in den unterschiedlichsten Stadien gespielt – mal war es leichter, mal extrem unangenehm. Es liegt ganz an uns, einen Weg zu finden, um den Platz als Sieger zu verlassen. Darauf liegt unser Fokus. Wenn wir als Team harmonieren und an unser Limit gehen, wird alles gut."

Erinnerungen an Maradona-Show

Auch auf mögliche Störgeräusche abseits des Platzes ist England vorbereitet. Zuvor hatte Ecuador bei der FIFA Beschwerde eingelegt, da deren Spieler vor dem Duell mit Mexiko durch lautstarke Fan-Ansammlungen vor dem Hotel um den Schlaf gebracht worden waren. "Im Moment mache ich mir darüber keine Gedanken, aber ich wäre natürlich nicht begeistert, wenn ich aufwache", scherzte Rogers, der ankündigte, sich zur Sicherheit vielleicht Ohrstöpsel zuzulegen. "Wir haben davon gehört und werden vorbereitet sein, damit wir genug Schlaf und Erholung bekommen."

Für England ist es die Rückkehr an einen geschichtsträchtigen Ort: Seit der dramatischen 1:2-Viertelfinalniederlage im Jahr 1986 gegen den späteren Weltmeister Argentinien haben die Engländer nicht mehr im Azteca-Stadion gespielt. Damals schrieb Diego Maradona mit der "Hand Gottes" und seinem legendären Solo – dem späteren "Tor des Jahrhunderts" – Fußballgeschichte.

Die Aussicht, nun in diesem geschichtsträchtigen und ausverkauften Hexenkessel gegen den Gastgeber anzutreten, stachelt die Engländer nur noch mehr an. "Ich erwarte eine gigantische Atmosphäre", so Rogers voller Vorfreude. "Wir werden das Spiel und alles, was dazugehört, genießen. Selbst die Widrigkeiten und die Tatsache, dass das ganze Stadion gegen uns sein wird, wollen wir zu unserem Vorteil nutzen."