Trotz Flut an Gegentoren: Bayern setzen auf Kompanys offensive "Glaube"

Trotz Flut an Gegentoren: Bayern setzen auf Kompanys offensive "Glaube"

In den letzten sechs Partien haben die Münchner 16 Gegentore hinnehmen müssen, davon allein elf in den drei jüngsten Begegnungen gegen Mainz (4:3), Paris (4:5) und Heidenheim (3:3). Viele Zuschauer fragen sich nun, wie das im Rückspiel des Champions League Halbfinals gegen PSG am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN und Flashscore-Audioreportage) funktionieren soll, um ins Finale in Budapest einzuziehen. Besonders gegen Topstürmer wie den Weltfußballer Ousmane Dembélé, Chwitscha Kwarazchelia oder Désiré Doué.

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Diese fundamentale Debatte begleitet die Kompany Bayern bereits seit Längerem. Im Oktober 2024, nach der 1:4 Niederlage beim FC Barcelona, tauchten erstmals ernsthafte Bedenken bezüglich der Taktik auf. Ob der offensive Mann gegen Mann Pressing zu riskant sei und zu wenig Schutz in der Abwehr biete. Seitdem bemühen sich die Bayern, solche Gespräche frühzeitig zu unterbinden, und tun das auch diesmal wieder.

Bayern formt eine Shoot out Denkweise

Der abenteuerliche Unterhaltungsfußball ist schlicht die Grund-DNA der Münchner unter Kompany. Und diese, so unterstrich Sportvorstand Max Eberl nach dem Duell mit Heidenheim, wirst du nicht verändern und willst du auch nicht verändern, genau deswegen bist du ja so erfolgreich. Aus diesem Grund war das Spiel gegen Paris, wie Eberl ausdrückte, so pervers geil.

Für die Bayern stellen die zahlreichen Gegentreffer lediglich eine Begleiterscheinung ihres Ansatzes dar. Eine störende, gewiss, doch meistens erträgliche. Während die Abwehr gelegentlich Schwächen zeigt, glänzt der Angriff mit seiner Torflut von 101 Treffern rund um Harry Kane, Michael Olise und Luis Díaz. Was Kompanys Stil früher zu manchen Rückschlägen führte, hat in der aktuellen Saison zu einer einzigartigen Shoot out Mentalität bei den Münchnern geführt.

Der Plan ist unkompliziert: Fallen bei Real Madrid oder Mainz drei Tore, erzielen die Münchner einfach vier. Bisher ist das Konzept nur dreimal fehlgeschlagen, nämlich beim 1:3 gegen Arsenal, beim 1:2 in Augsburg und im ersten Spiel gegen PSG. In Frankreich hätte es bei einem 2:5 Zwischenstand noch übler ausgehen können. Warum also jetzt alles umkrempeln.

Paris würde nicht einfach hinnehmen, dass man anders vorgeht, so hatte Kompany schon in der Vorwoche hervorgehoben. Daher kann man im Rückmatch einen offenen Schlagabtausch mit offenem Visier erwarten, wie Joshua Kimmich ankündigte. Er ist überzeugt, dass wir zu Hause gegen Paris ebenfalls siegen können, so der Vize Kapitän. Eine Anpassung der Bayern DNA plötzlich. Wird nicht passieren. Auch Kompanys Anhänger halten an ihrer "Religion" fest.