Trauer in Gelb: Kolumbien akzeptiert "Schicksal" – und hofft auf Wende für die Zukunft

Trauer in Gelb: Kolumbien akzeptiert "Schicksal" – und hofft auf Wende für die Zukunft

Im Elfmeterschießen gegen die Schweiz (3:4) verschossen Davison Sánchez und "Cucho" Hernández - es war bezeichnend: Mit der Effizienz haperte es grundsätzlich gewaltig. Und dennoch sah und sieht sich die Mannschaft zu Höherem berufen. "So Gott will", sagte Flügel-Stürmer Jhon Arias, "wird dieser Tag ein Wendepunkt sein. Denn es ist an der Zeit, nicht mehr zu scheitern und das Finale nicht zu erreichen." Wohlgemerkt: das Finale!

Zum Match-Center: Schweiz vs. Kolumbien

Ja, versicherte Arias, "ich bin fest davon überzeugt, dass Gott Großes für uns bereithält - aber, wir müssen alles Menschenmögliche tun, um dorthin zu kommen." Trainer Néstor Lorenzo sieht das ähnlich. "Hoffentlich ist dieses Turnier ein wichtiger Wendepunkt. Denn das, was diese Mannschaft gezeigt hat, muss positiv bewertet werden", sagte er, und ja, "diese Mannschaft war für Größeres bestimmt."

Von Gott vorbestimmt?

Dafür müssten die Kolumbianer aber erst mal Tore schießen. In den 480 WM-Minuten plus Nachspielzeit war ihr defensives Bollwerk nur einmal geknackt worden - gleich im ersten Spiel durch den Usbeken Abbosbek Fayzullajew. Es war aber zugleich das Spiel, in dem die Kolumbianer mehr Treffer erzielten (3) als in den folgenden vier (2) zusammen. Und von diesen insgesamt fünf Treffern, für die sie außerdem noch üppige 94 Versuche benötigten, erzielte zwei ein Verteidiger: Daniel Muñoz.

"Wir haben uns nichts vorzuwerfen", sagte der kolumbianische Topscorer und erklärte, das Ausscheiden sei von ganz oben vorbestimmt gewesen: "Zuerst gebührt Gott die Ehre. So muss das Schicksal sein. Es geht darum, seinen Willen anzunehmen", sagte Muñoz. Und sie hätten ja alles gegeben, "dass der Ball nicht reinging, das ist eine andere Sache. Viele sagen, es sei Glück gewesen, ich sage, so hat es das Schicksal vorherbestimmt."

Díaz enttäuscht bei WM

Dass der Ball zu selten reinging, war freilich ein eher irdisches Problem. Immer wieder fehlte bei allem Einsatz die Genauigkeit, ein letzter Pass, ein letzter Schritt. Auch Díaz, der Dynamiker von der linken Angriffsseite auch beim FC Bayern, lief und rackerte, als gäbe es kein Morgen - doch auch er blieb unpräzise, kam kaum zum Abschluss. Seinen Elfmeter verwandelte er immerhin.

Aber im gesamten Turnier nur ein Tor und eine Vorlage? Für Díaz, den drittbesten Scorer der Bundesliga hinter Harry Kane und Michael Olise, zu wenig.