Tod von McQueen: Kopfbälle spielten wahrscheinlich eine Rolle
Die Diskussion über den Zusammenhang zwischen Kopfbällen und Demenzerkrankungen hat in Großbritannien frischen Anlass gefunden. Basierend auf einem Bericht vom Montag hat wiederholtes Kopfballspielen "wahrscheinlich" zur Hirnerkrankung beigetragen, die unter anderem den Tod des ehemaligen schottischen Nationalspielers Gordon McQueen verursacht hat.
Er sei "fest davon überzeugt", dass Kopfbälle zur Entwicklung von McQueens Gehirnerkrankung, der chronisch-traumatischen Enzephalopathie (CTE), beigetragen hätten, so der leitende Gerichtsmediziner John Heath: "Die Kombination aus CTE und vaskulärer Demenz führte zu einer Lungenentzündung. Als Todesursache stelle ich Lungenentzündung, vaskuläre Demenz und CTE fest."
Die Anzeichen von CTE umfassen kognitiven Abbau und Verhaltensänderungen im Nervensystem, die "nicht auf eine andere Krankheit zurückzuführen sind", erklärte Professor Willie Stewart, beratender Neuropathologe am Queen Elizabeth University Hospital in Glasgow, der McQueens Gehirn nach dem Tod analysierte. Diese Symptome seien "typisch für Profifußballer und Rugbyspieler nach einer langen Laufbahn".
"Mein Vater liebte alles am Fußball, doch am Ende hat ihn der Sport zerstört", sagte McQueens Tochter Hayley nach BBC-Angaben: "Ich kenne viele Fußballerfamilien, die sich melden, mit Symptomen, die denen meines Vaters ähneln, und ich glaube, dass wir zukünftig noch mehr solcher Fälle erleben werden."
McQueen verstarb 2023 mit 70 Jahren. Er war 1974 und 1978 Teil des schottischen WM-Kaders, kam jedoch nicht zum Zuge. 1983 feierte er mit Manchester United den FA-Cup-Sieg im Wembley-Stadion.
Eine frühere Studie in Schottland hatte schon Ende 2019 gezeigt, dass Profifußballer ein höheres Risiko haben, an Demenz zu versterben. Was genau dahintersteckt, blieb jedoch unklar. Als Ursachen wurden Gehirnerschütterungen und Kopfbälle vermutet.
Auch die englische Fußball-Ikone Bobby Charlton, Weltmeister von 1966, litt vor seinem Tod durch einen Unfallsturz im Oktober 2023 an Demenz, ebenso wie sein Bruder Jack und der verstorbene WM-Held von 1966 Nobby Stiles.