Stadionsicherheit: Sportministerkonferenz erhöht Druck auf DFL
Grote als Vertreter der A-Länder betonte: "Man spürt bereits die Gefahr eines Kipppunkts. Das möchten wir vermeiden. Wir erhoffen uns eine Einigung, die die investierte Arbeit zu einem positiven Ergebnis führt". Das Verhalten der DFL habe diesen Aspekt jedoch "offener" gemacht. Dennoch bleibe die "Hoffnung, dass es nicht das finale Statement ist".
Als Leiterin der SMK gewährte Theresa Schopper der Innenministerkonferenz (IMK), die für Stadionsicherheit verantwortlich ist, "vollständige Unterstützung". Die Sportministerin aus Baden-Württemberg erklärte: "Es ist evident, dass wir Ausschreitungen und Gewalt in den Stadien oder in der Umgebung nicht akzeptieren". "Im Interesse von Familien und Anhängern, die das Fußballerlebnis genießen wollen, lassen wir uns das nicht von wenigen Hooligans ruinieren."
Einen kooperativen Pfad "finden müssen"
Sachsens Sportminister Armin Schuster unterstrich das Ziel: "Dass der Begriff Hochrisikospiel im deutschen Fußball bald obsolet wird". "Dies erfordert von der Polizei einen enormen Einsatz, den wir angesichts der aktuellen Sicherheitsbedingungen nicht stemmen können." Es gehe nicht darum, "Kostennachweise zu erstellen", sondern er strebe an, "die Einsatzkosten zu senken, indem man Polizeipräsenz reduziert".
Das sei nur erreichbar, "wenn die Risikoeinschätzung künftig Begriffe wie Rot- oder Hochrisikospiel nicht mehr enthält, da alles so ruhig verläuft wie bei anderen Großevents. Das ist unser Anliegen." Von SMK und IMK aus gebe es grundsätzlich "eine weit ausgestreckte Hand an Fans und den organisierten Fußball", so Schuster für die B-Länder: "Allerdings müssen wir einen kooperativen Ansatz entwickeln."
Noch vor der SMK-Sitzung hatten die Innenminister von Sachsen und Nordrhein-Westfalen, Schuster und Herbert Reul, in einem Interview mit kicker unter anderem nicht ausgeschlossen, dass Vereine zukünftig Polizeikosten bei Hochrisikospielen tragen müssten. Der Verband der Fanhilfen reagierte darauf mit scharfer Kritik.