St. Pauli besiegt Stuttgart und zeigt erste Lebenszeichen

St. Pauli besiegt Stuttgart und zeigt erste Lebenszeichen

Erste positive Signale vom Kiez: Der FC St. Pauli hat in diesem Jahr seinen ersten Sieg geholt. Die Elf um Trainer Alexander Blessin siegte im eigenen Stadion gegen den VfB Stuttgart, der auf Champions-League-Plätze hofft, durch eine leidenschaftliche Leistung zu Recht mit 2:1 (1:0) und sicherte sich wertvolle Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.

Manolis Saliakas (35.) und Danel Sinani (55. per Elfmeter) erzielten die Treffer für die Hamburger, die zuvor in sieben Pflichtspielen sieglos geblieben waren. Die Gäste aus Stuttgart erlitten ihre erste Bundesliga-Niederlage seit zwei Monaten, Jamie Leweling konnte in der Nachspielzeit nur noch den Ehrentreffer schaffen (90.). Nur drei Tage nach dem Pokalsieg gegen Holstein Kiel (3:0) fehlten dem Team von Sebastian Hoeneß spürbar Energie und Fokus, die Serie von vier aufeinanderfolgenden Erfolgen in allen Wettbewerben endete damit.

Vor dem Spiel wirkte St. Paulis Trainer Blessin entschlossen. Die kürzliche Viertelfinal-Niederlage bei Bayer Leverkusen (0:3)? Die anhaltende Negativserie? Die Personalprobleme? All das wischte er beiseite. "Wir wissen, dass die Lage schwierig ist. Aber wir haben durchaus Chancen", betonte Blessin und skizzierte den Kurs für sein Team: "Aufgeben kommt für mich nicht in Frage, ich bin davon meilenweit entfernt."

Tatsächlich gaben sich die Hausherren vor 29.546 Fans im vollen Millerntor-Stadion keineswegs auf. Von Anfang an drückten sie aufs Tempo und heizten die Atmosphäre mit mutigen Angriffen an. Zwar erschien Stuttgart technisch solider, doch die Kiez-Kicker riskierten viel und schufen in der ersten Halbzeit die klaren Chancen.

Besonders auf dem linken Flügel sorgte Arkadiusz Pyrka für Unruhe. Die vielversprechendsten Momente für St. Pauli verpassten Martijn Kaars (19., abgefälscht am Tor vorbei), Sinani (23.) und Pyrka (29., beide pariert von Alexander Nübel), bevor Saliakas die Erlösung brachte. Der Grieche beendete einen flachen Pass von Pyrka, den Sinani elegant durch die Beine des Gegners lenkte, aus etwa 15 Metern präzise halbhoch ins rechte Eck.

Stuttgart spielte ansprechend, fehlte es aber am finalen Stich. Der Keeper der Hamburger musste nur gegen Chris Führich eingreifen, der aus engem Winkel kam (12.). Eine Flanke von Führich brachte Deniz Undav zum Kopfball, der den Pfosten traf (24.).

Nach der Pause starteten die Schwaben energiegeladen und drängten St. Pauli zurück, doch die Hausherren erzielten das nächste Tor. Da Führich den Ball in der Strafraum-Ecke mit der Hand berührte, entschied Schiedsrichter Benjamin Brand nach VAR-Hinweis auf den Punkt, und Sinani traf sicher in die rechte untere Ecke.

Undav verpasste kurz darauf die beste Ausgleichschance. Sein Chip aus 16 Metern hob über Keeper Vasilj, landete aber auf der Oberkante (59.). Danach hielten die Hamburger die Gegner geschickt fern, Lewelings Tor reichte für Stuttgart nicht aus.