Sorge um iranische Fußballerinnen

Sorge um iranische Fußballerinnen

Die Forderungen nach Hilfe für die iranischen Fußballerinnen werden immer drängender. Nach Aussagen von Politikern, Aktivisten für Menschenrechte und der Autorin J.K. Rowling von Harry Potter engagiert sich jetzt Reza Pahlavi, der älteste Sohn des früheren Schahs, ebenfalls für das Nationalteam. Er betrachtet das Team als bedroht durch das Regime in seinem Heimatland und fordert die australische Regierung auf, den Schutz der Spielerinnen zu gewährleisten.

Die Nationalspielerinnen hatten während ihres Gruppenspiels bei der Asienmeisterschaft in Australien gegen Südkorea, das mit 0:3 endete, auf das Mitsingen der Nationalhymne verzichtet. Dieser Akt wird im Iran als klares Zeichen des Widerstands gegen die Regierung gesehen und könnte laut Einschätzungen von Menschenrechtsgruppen schwere Folgen haben. Pahlavi beschreibt die Situation der Mannschaft als von großem Druck und permanenter Gefahr durch die Islamische Republik geprägt.

Er appelliert an die australische Regierung, für ihre Sicherheit zu sorgen und jede notwendige Unterstützung bereitzustellen, fügte er hinzu. Als Sohn des letzten Schahs tritt Pahlavi seit Jahren aus dem Exil als potenzieller Führer für einen demokratischen Wandel in Iran auf.

Im Staatsfernsehen waren die Spielerinnen nach ihrem Schweigen als Kriegsverräter diffamiert worden. Beim nächsten Spiel gegen Australien, das 0:4 ausging, sangen sie die Hymne mit und grüßten.

Bei ihren Partien gab es Proteste am Spielfeldrand, darunter auch beim abschließenden Gruppenmatch gegen die Philippinen am Sonntag, das mit 0:2 verloren ging und ihr Ausscheiden markierte. Eine Menschengruppe rief Slogans wie Rettet unsere Mädchen, Lasst sie frei und Regimewechsel für Iran.

Australien hat sich bisher nicht zu einem möglichen Asyl für die Fußballerinnen geäußert. Organisationen für Menschenrechte wie Amnesty International mahnen vor Verfolgung bei einer Rückkehr. Die Autorin Rowling hat in sozialen Medien ebenfalls zum Schutz der Athletinnen aufgerufen.