Selbst als Torwartin: Multitalent Minge ist für Duelle gegen Österreich gerüstet
Selbstverständlich wünschen wir uns, dass so etwas nicht erneut passiert, doch ich bin jederzeit einsatzbereit, sogar im Tor, erklärte Minge mit einem Lächeln. Unter normalen Umständen wird die Defensivexpertin in den bevorstehenden Spielen gegen Österreich am Dienstag (18.15 Uhr/ZDF) in Nürnberg sowie vier Tage später in Ried (18.00 Uhr/sportschau.de) jedoch vor der etablierten Torhüterin Ann-Katrin Berger für Struktur im Abwehrbereich sorgen. Wie gewohnt.
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Seit ihrem ersten Einsatz in der DFB-Auswahl vor etwas mehr als drei Jahren hat die ausgebildete Beamtin den Weg von einer Bankwarmerin zu einer unverzichtbaren Spielerin zurückgelegt. Besonders seit der Europameisterschaft im letzten Jahr gehört sie zu den Leaderinnen im Team von Nationaltrainer Christian Wück. Minge wird nicht nur für ihre Flexibilität geschätzt, sondern auch dafür, dass sie verschiedene Rollen übernehmen kann, wenngleich ein Einsatz als Torwartin wahrscheinlich von niemandem erwartet wurde.
In der jüngsten Bundesliga-Runde hatte die Verteidigerin in der Schlussphase beim Unentschieden von Union Berlin (3:3) nach dem Platzverweis für die Keeperin Stina Johannes und dem Erschöpfen der Wechselmöglichkeiten spontan die Handschuhe angelegt und das Wolfsburger Tor verteidigt.
Heute kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass ich an allen Positionen gespielt habe, meinte Minge, die normalerweise als zentrale Abwehrspielerin oder im zentralen Mittelfeld agiert: Das ist eine Seltenheit unter den Spielerinnen. Deshalb bin ich vorbereitet, falls es notwendig wird.
Minge strebt WM-Teilnahme an
Trotz ihrer Bereitschaft hofft niemand im DFB-Frauenlager auf einen solchen Notfall. Die deutsche Nationalmannschaft kann in den beiden Begegnungen mit Österreich einen entscheidenden Fortschritt für die WM-Endrunde 2027 in Brasilien erzielen. Für Minge wäre es das Debüt bei einer Weltmeisterschaft. Bei dem Ausscheiden in der Gruppenphase 2023 war sie als Ersatzspielerin nach Australien gereist, ohne in den offiziellen Kader aufgenommen zu werden.
Im Fußball dreht sich alles rasch, in beide Richtungen. Bei mir ging es ebenfalls sehr schnell, berichtete Minge, die nun 30 Länderspiele bestritten hat und mit der Auswahl 2024 die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen holte. Mit dem erwarteten WM-Ticket soll es nun gelingen, nach den Siegen über Slowenien (5:0) und Norwegen (4:0) ist das DFB-Team bestens positioniert.
Die Nachbarschaftsspiele mit derbyähnlicher Atmosphäre in der Qualifikationsgruppe A4 eröffnen eine enorme Gelegenheit, uns weiterhin an der Tabellenspitze zu etablieren, unterstrich Minge: Dieses Ziel verfolgen wir konsequent. Die vielseitige Spielerin steht jedenfalls parat, unabhängig von der Rolle.