Schwuler Fußballprofi Cavallo wirft Ex-Verein Homophobie vor

Schwuler Fußballprofi Cavallo wirft Ex-Verein Homophobie vor

Der erste offen schwule Profifußballer Josh Cavallo hat mit seinem früheren Club in Australien abgerechnet. "Es fiel mir schwer, das zu akzeptieren, als ich erkannte, dass mein eigener Verein homophob ist", schrieb der 26-Jährige in einem Instagram-Beitrag über seinen Ex-Klub Adelaide United: "Unter der neuen Führung des Vereins wurde mir bewusst, dass ich aus politischen Motiven nicht spielen durfte."

Etwa sechs Monate nach seinem Weggang vom australischen Topklub stellte der Linksverteidiger ernste Vorwürfe. "Unabhängig davon, wie sehr ich mich einsetzte oder verbesserte, wurden meine Trainingsleistungen immer wieder übersehen", unterstrich der frühere australische Junioren-Nationalspieler, der sich in dieser Lage gefragt hatte, "ob es nicht besser gewesen wäre, meine Sexualität zu verbergen".

Vor vier Jahren hatte Cavallo während seiner Zeit in Adelaide öffentlich gemacht, dass er homosexuell ist. Der Verein lehnte die Vorwürfe "entschieden ab". Alle Entscheidungen zur Spieleraufstellung seien "rein sportlich" getroffen worden, hieß es in einer Erklärung des Klubs.

Cavallo wechselte nach mehr als vier Jahren bei United im Sommer zu Peterborough Sports in der englischen Sechstklassigkeit, da er in seiner letzten Saison in Australien kein einziges Pflichtspiel bestritten hatte.

In seiner Erklärung kritisierte Cavallo auch seine ehemaligen Teamkollegen. "Als ich in einem Gruppenchat meiner Mitspieler sah, wie sie über ein Foto von mir und meinem Partner spotteten, verstärkte das mein Leid nur noch", erklärte Cavallo, der bei seinem neuen Club in England bereits viermal eingesetzt wurde und hervorhebt, durch den "Neustart in Großbritannien endlich wieder frei atmen" zu können.