"Schwerer Schaden": Ausschreitungen in Dresden heizen Sicherheitsdiskussion an

"Schwerer Schaden": Ausschreitungen in Dresden heizen Sicherheitsdiskussion an

Die dichten Rauchwolken aus den Pyros hatten sich verzogen, Untersuchungen waren gestartet, der aufwendige Polizeieinsatz beendet und schliesslich kehrte im Rudolf-Harbig-Stadion wieder Ruhe ein. Der Widerhall des Skandalduells in der 2. Liga zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC (0:1) wird jedoch noch lange nachwirken.

Die Auswirkungen auf den deutschen Fussball liessen sich unmittelbar nach den schweren Vorfaellen am Samstagabend noch nicht ueberschlagen.

Match-Center: Dresden vs. Hertha

"Treibstoff fuer die grossen Kritiker"

Jagdszene im Stadioninneren, Pyro-Wuerfe auf Fans der Gegenseite und grosse Polizeieinsaetze auf dem Platz: waerend der besten Sendezeit sorgten Rowdys ueber Ostern fuer erschreckende Szenen. Die hitzigen Debatten ueber die Sicherheit in Stadien werden dadurch noch intensiver.

"Solche Bilder wie heute Abend sind inakzeptabel und schaedigen nicht bloss unseren Klub, sondern den Fussball in Deutschland insgesamt erheblich", liess Dynamo-Geschaeftsfuehrer Stephan Zimmermann verlauten: "Wir und viele andere Vereine kaempfen seit Monaten fuer die Interessen der Fans und ein sicheres Erlebnis im Stadion, da sind derartige Vorfalle ein harter Rueckschlag."

Auch bei Hertha herrschte Frustration. "Das ist natuerlich Treibstoff fuer die prominenten Kritiker, das wissen wir", meinte Geschaeftsfuehrer Peter Goerlich: "Wir stehen fuer eine lebendige Fankultur. Doch sobald Gewalt dazukommt und jemand auf die Idee verfällt, andere mit Pyrotechnik anzugreifen, ist bei mir Schluss."

In der Debatte ueber die Regeln zu Stadionverboten sollte man jedoch "nicht alles verallgemeinern und das direkt damit in Verbindung bringen", ergaenzte Goerlich. Man duerfe sich aber "bereits fragen, wo die Grenze des Diskutierbaren liegt. Unsere Argumente werden langsam knapp."

Verhandlungsstellung verschlechtert

Besonders im Streit mit der Politik. Diese hatte kuerzlich den Druck auf die Fussballverbände gesteigert. So hatten etwa die Innenminister von Nordrhein-Westfalen und Sachsen, Herbert Reul und Armin Schuster (beide CDU), nicht mehr ausgeschlossen, dass Vereine zukuenftig die Polizeikosten bei risikoreichen Spielen uebernehmen muessen.

Fuer die Klubs koennten dadurch Millionensummen entstehen. Das Bundesverfassungsgericht hatte festgelegt, dass die Laender solchen Gebuehren in Rechnung stellen duerfen.

Die Eindruecke aus Dresden galten fuer Dynamos Finanz-Chef Zimmermann auch unter diesem Aspekt als "ein massiver Fehlschuss" und "vollkommen unpassend".