"Schweizer Messi" trifft auf großes Vorbild: Zeki Amdouni und die Nati-Träume

"Schweizer Messi" trifft auf großes Vorbild: Zeki Amdouni und die Nati-Träume

Obwohl diese emotionale Reaktion bei einigen Schweizer Fans im Vorfeld des wichtigen Spiels auf Kritik stieß, beruhigte der Stürmer die Gemüter schnell. Amdouni versprach den Nati-Anhängern in den Kommentaren, auf dem Platz "kein bisschen Gnade" gegenüber Argentinien und Messi walten zu lassen.

Zum Match-Center: Argentinien vs. Schweiz

Der Vergleich mit der Ikone kommt dabei nicht von ungefähr: Wie Messi agiert Amdouni am liebsten als spielstarker "falscher Neuner", der sich tief fallen lässt, um den Spielaufbau zu prägen und den letzten Pass zu spielen, statt nur auf körperliche Präsenz im Sturmzentrum zu setzen. Sein Ex-Trainer Vincent Kompany, der ihn einst für 15 Millionen Pfund nach Burnley holte, lobte ihn folgerichtig als extrem intelligenten, technisch versierten und torgefährlichen Offensivallrounder.

Hinter dem schmeichelhaften Etikett verbirgt sich jedoch kein klassischer Akademie-Werdegang, sondern die harte Reise eines Straßenfußballers. Als Sohn eines türkischen Vaters und einer tunesischen Mutter in einfachen Verhältnissen an der französischen Grenze aufgewachsen, erlitt Amdouni mit 13 Jahren eine schwere Fußverletzung, woraufhin ihn sein Jugendverein Servette Genf aussortierte.

Durchbruch beim FC Basel

Über die Stationen Meyrin FC und den Viertligisten Etoile Carouge kämpfte er sich mit Disziplin und mentaler Stärke zurück. Seine Trainer rühmten schon damals seine Beidfüßigkeit, Kombinationsgabe und vor allem seine bemerkenswerte Ruhe in hitzigen Situationen, die ihn durch die unteren Ligen bis in den Profifußball trug.

Sein endgültiger Durchbruch im Spitzenfußball gelang Amdouni nach einer Station bei Lausanne-Sport schließlich beim FC Basel in der Saison 2022/23, in der er mit 22 Pflichtspieltoren und dem Titel des Torschützenkönigs der Conference League explodierte.

Nach dem anschließenden Wechsel in die Premier League zu Burnley und einer erfolgreichen Leihe zu Benfica Lissabon folgte im Sommer 2025 jedoch ein schwerer Rückschlag: Ein Kreuzbandriss im rechten Knie setzte ihn für neun Monate außer Gefecht und brachte seine Teilnahme an der Weltmeisterschaft in ernsthafte Gefahr. Nationaltrainer Murat Yakin hielt jedoch unerschütterlich an seinem Leistungsträger fest, besuchte ihn während der Reha und holte ihn trotz mangelnder Spielpraxis in den WM-Kader.

Dieses Vertrauen zahlte sich im Achtelfinale gegen Kolumbien auf dramatische Weise aus. Amdouni wurde in der 103. Minute eingewechselt und bewies im entscheidenden Elfmeterschießen eisige Nerven: Mit seiner bewährten Methode, den Torwart bis zum letzten Moment zu fixieren, verwandelte er eiskalt und schoss die Schweiz zum ersten Mal seit 1954 in ein WM-Viertelfinale.

Am Samstag schließt sich nun der Kreis, wenn der einstige Viertliga-Kicker auf der größtmöglichen Bühne gegen jenen Mann antritt, der mit 13 Jahren sein Verständnis von Fußball für immer verändert hat.