Schamgefühle bei der FIFA? Trumps Friedenspreis sorgt für Unmut
In bestimmten Bereichen des Fußballweltverbands FIFA macht sich angeblich Unbehagen breit, nachdem ein sogenannter Friedenspreis an den US-Präsidenten Donald Trump verliehen wurde. Das meldet der Guardian. Wegen der fehlenden Offenheit gab es schon um die Vergabe herum Zweifel, berichtete die Zeitung mit Verweis auf eine einflussreiche FIFA-Quelle, mittlerweile habe sich das unter "mittel- und höherrangigen" Beamten jedoch in "tiefe Scham" verwandelt.
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat den Friedenspreis unmittelbar vor der WM-Losung im Dezember ins Leben gerufen. Es ist offiziell nicht ersichtlich, wonach und von wem die Wahl des Empfängers erfolgt. Menschenrechtsorganisationen haben heftige Kritik geübt. Zuvor hatte Infantino Trump ohne Erfolg für den Friedensnobelpreis empfohlen. Der Bericht im Guardian kommt nach den US-Angriffen auf Venezuela, der Festnahme des Führers Nicolás Maduro und Trumps Absichten bezüglich Grönland.
Infantino unterhält vor der WM in den USA, Kanada und Mexiko (11. Juni bis 19. Juli) eine enge Verbindung zu Trump. Die Planung und das Event seien eine "sehr sensible" und "komplizierte" Sache, erklärte ein hochrangiger, anonymer FIFA-Mitarbeiter dem Bericht gemäß.
In einer Erklärung wollte ein FIFA-Sprecher zu den anonymen Behauptungen nichts sagen, bekräftigte jedoch die Vergabe des Preises an Trump. "Die FIFA steht voll und ganz hinter ihrem jährlichen Friedenspreis, einer Ehrung für herausragende Leistungen im Dienst von Frieden und Zusammenhalt", stand darin.
Die FIFA betonte anschließend, dass die venezolanische Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado Trump bei ihrem Aufenthalt in Washington am Donnerstag (lokale Zeit) in einem äußerst unkonventionellen und symbolischen Akt ihre Medaille überreicht hatte. Das Nobelkomitee in Oslo machte deutlich, dass der Preis gemäß den seit etwa 125 Jahren bestehenden Regeln nicht übertragbar ist.