Qualifikation für die WM zum 50. Jubiläum der Unabhängigkeit: Kap Verde im Rausch
Als die Sensation vollendet war, brach im Nationalstadion von Praia ungezügelter Jubel aus. "Diese Leute so glücklich zu sehen, bedeutet mir alles", erklärte Nationaltrainer Pedro Brito nach dem 3:0 Sieg (0:0) der Kapverden über Eswatini, durch den die kleine Inselnation erstmals an einer Fußball Weltmeisterschaft teilnimmt: "Das ist ein Triumph für das ganze kapverdische Volk und insbesondere für jene, die für unsere Freiheit gekämpft haben."
Der 55 Jährige bewertete den größten Erfolg der "Blauhaie", die den fünffachen Afrikameister Kamerun in der Qualifikation überholt haben, sofort als historisch: "Es fällt mit dem 50. Jubiläum unserer Unabhängigkeit zusammen und ist ein ganz besonderer Augenblick."
Seit 1975 ist die ehemalige portugiesische Kolonie eigenständig, und 1986 wurde der Fußballverband FIFA Mitglied. Bisherige Höhepunkte im Sport waren zwei Achtelfinals beim Afrika Cup. Nun wird das Team, das hauptsächlich aus im Ausland geborenen Spielern besteht, nächsten Sommer erstmals am Riesen Turnier in den USA, Kanada und Mexiko antreten.
"Seit meiner Jugend habe ich von diesem Tag geträumt. Jetzt ist Zeit zum Feiern", meinte der 39 jährige Torwart Vozinha. Torschütze Stopira fügte hinzu: "Es überwältigt mich emotional. Ich umarme all unsere Landsleute in Kap Verde und in der weiten Diaspora."
Mit rund 490.000 Bewohnern sind die Kapverden der kleinste afrikanische WM Teilnehmer aller Zeiten und global auf Platz zwei nach Island 2018 (330.000). Weit entfernt von den neun bewohnten Inseln im mittleren Atlantik gibt es mehr Menschen kapverdischer Herkunft als selbst im Land. Etwa die Hälfte der Nationalmannschaft ist in anderen Ländern geboren und spielt für Clubs in Irland, den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Slowakei, den USA, Moldau, den Niederlanden, der Türkei, Zypern oder Portugal.