Prozess zum Tod von Maradona: Mediziner meint, Mittel gegen Flüssigkeitsansammlungen hätten den Star retten können

Prozess zum Tod von Maradona: Mediziner meint, Mittel gegen Flüssigkeitsansammlungen hätten den Star retten können

"Er litt unter erheblichen Flüssigkeitsansammlungen im Herzbeutel, in der Pleura sowie im Bauchbereich", erklärte Schiter. Er hob hervor, dass Fälle von kongestiver Herzinsuffizienz dieser Art auf Intensivstationen üblich sind: "Wir lindern das mit Diuretika, und häufig können die Betroffenen schon nach zwölf Stunden entlassen werden."

Die Aussage von Schiter, die fast fünf Stunden dauerte, am zehnten Tag der Verhandlung in San Isidro, bestätigte die Erkenntnisse vieler Fachleute. Diese hatten schon früher betont, dass Maradonas Körper zum Zeitpunkt des Todes durch zahlreiche Ödeme quasi "überflutet" war. Der Weltmeister des Jahres 1986 starb am 25. November 2020 an einem Lungenödem und Herzversagen, während er sich in häuslicher Betreuung nach einer Hirnoperation befand.

Aufregung im Gericht durch Leopoldo Luque

Einen echten Skandal verursachte der Hauptbeschuldigte, Maradonas früherer Hausarzt und Neurochirurg Leopoldo Luque. Plötzlich spielte er Aufnahmen der Autopsie ab. Maradonas Tochter Gianinna, die dem Prozess beiwohnte, wurde von den detaillierten Bildern ihres verstorbenen Vaters vollkommen überrascht.

In einem heftigen emotionalen Reaktionsmoment stürmte sie schreiend aus dem Saal und warf Luque harte Vorwürfe an den Kopf. Normalerweise weisen Anwälte die Familienmitglieder im Voraus auf derartiges Beweismaterial hin, damit sie den Raum rechtzeitig verlassen können. Die Verhandlung musste nach dem Zwischenfall unterbrochen werden.

Der rechtliche Hintergrund

Außer Luque haben sich sechs weitere medizinische Experten wegen Totschlags mit bedingtem Vorsatz zu verantworten. Die Staatsanwaltschaft unterstellt ihnen, den Tod des Stars durch ihr Verhalten bewusst riskiert zu haben; bei einer Verurteilung droht eine Haftstrafe von bis zu 25 Jahren. Ein weiterer Verdächtiger wird in einem getrennten Verfahren vor einem Jurygericht gestellt.

Der laufende Prozess stellt den zweiten Versuch in dieser Sache dar. Das erste Verfahren aus dem Jahr 2025 wurde für nichtig erklärt, nachdem herauskam, dass die leitende Richterin unautorisiert eine Dokumentation zum Fall produziert hatte.