Proteste werfen Schatten auf Remis zwischen Hertha und Schalke

Proteste werfen Schatten auf Remis zwischen Hertha und Schalke

Massive Unruhen unter den Anhängern haben den Herbsttriumphator Schalke 04 bei seinem Start in die zweite Hälfte der 2. Liga mit einem leichten Rückschlag versehen. Gegen Hertha BSC erreichten die Königsblauen nur ein torloses Unentschieden und verspielten somit die Gelegenheit, den Vorsprung an der Spitze der Tabelle deutlich zu vergrößern.

Das war von unserer Seite heute etwas enttäuschend. Natürlich hat Hertha solide performt, doch das erfordert Beteiligung beider Teams. Wir haben es nicht optimal umgesetzt, meinte Schalkes Keeper Loris Karius in einem Interview bei Sky, nachdem er mehrmals entscheidend eingegriffen hatte. Dadurch baute die Truppe um Trainer Miron Muslic den Abstand zum Zweiten, dem SV Elversberg, nur auf vier Zähler aus. 

Hertha BSC bleibt dennoch nah an den Aufstiegsrängen, trotz der vierten Partie in Folge ohne Erfolg. Mit 29 Punkten halten die Hauptstädter den Anschluss an die Führungsgruppe. Wir mussten heute siegen. Wir haben das Match aufgenommen. Wir hätten gewinnen sollen. Das ist wirklich bedauerlich, aber die Meisterschaft hat noch viel vor sich, so Paul Seguin von Hertha.

Im hochgeladenen Duell im vollen Olympiastadion hatte man eine einzigartige Stimmung erhofft, die jedoch ausblieb. Die Faninitiative von Hertha BSC gab kurz vor Kickoff bekannt, dass die aktiven Supporter das Stadion nach Abpfiff des Anstoßes räumen würden. Als Begründung diente massive Polizeipräsenz vor der Begegnung. Der Verein Hertha BSC sprach von einem Vorfall mit Beamten und Fans an der Osttribüne. Ebenso postete der FC Schalke 04 auf X, dass zunächst kein geplanter Support aus dem Gästeblock zu erwarten sei.

Herthas Manager Peter Görlich äußerte sich nach der Partie bei Sky, es gäbe noch keine detaillierten Infos. Ich weiß von Verletzungen. Ich kann nicht einschätzen, wie schwer sie ausfallen. Ich wünsche allen, dass es ihnen halbwegs gut ergeht und sie es überwinden. So etwas gehört nicht zum Fußball, dass ein Spiel so endet. Er bezeichnete es als schlimmstes Szenario. Bislang fehlt eine Reaktion der Behörden.

Sportlich gesehen schuf Hertha früh Chancen. Marten Winkler und Michael Cuisance testeten nacheinander den Keeper, stießen aber auf Widerstand durch Karius. Die erste Halbzeit war insgesamt ereignisarm: Den Berlinern mangelte es an Präzision, Schalke drang nur sporadisch kraftvoll ins Zentrum vor.

In der zweiten Etappe wiederholte sich das Muster. Der ehemalige Schalker Seguin bediente Luca Schuler im Kreis, dessen Kopfball jedoch direkt ins Aus ging. Schuler hatte in dieser Phase kein Glück: Zweimal stand er allein vorm Tor, vermochte den Ball aber nicht zu versenken.