Popps Abschied im Pokalfinale: Tränen sind unausweichlich
Alexandra Popp wird reichlich Taschentücher benötigen, unabhängig vom Ausgang. Ihr letzter Auftritt im grün-weißen Dress wird für die Anführerin unglaublich gefühlvoll ausfallen, besonders wenn sie ihr Baby, den DFB-Pokal, den sie so zärtlich nennt, ein letztes Mal umarmen und ein perfektes Finale feiern kann.
Es werden sicherlich Tränen fließen. Zu dem Pokal habe ich eine einzigartige Verbindung, erklärte die 35-Jährige vor dem Traumduell ihres VfL Wolfsburg gegen den FC Bayern. Am Donnerstag (16.00 Uhr über ZDF und Sky) ginge es darum, dem Erzrivalen das Double zu verderben, was für die Rekordhalterin mit 13 Titeln der ideale Abschluss ihrer 14-jährigen Erfolgszeit in Wolfsburg wäre, bevor sie zu ihrem Herzensclub Borussia Dortmund wechselt.
Vor dem Highlight in Köln musste Popp jedoch in der Reha einen Kampf gegen den Kalender fangen. Eine Muskelverletzung an der Wade beendete im März abrupt die Abschiedsrunde der ehemaligen Nationalmannschaftskapitänin. Deshalb weinte Popp umso mehr, als ihre Teamkameradinnen in einem dramatischen Spiel gegen Carl Zeiss Jena im April den Einzug ins Finale sicherten und sie von der Zuschauertribüne aus vor innerer Aufregung fast zerbarst.
Mögliche Startposition
Im 4:2-Sieg in Freiburg am letzten Samstag war sie wieder fit und saß auf der Ersatzbank. Nun könnte sie sogar von Anfang an spielen. Poppi hat die jüngsten Trainingseinheiten absolviert, sie fühlt sich wohl, meinte Trainer Stephan Lerch am Mittwoch: Wenn wir Spielerinnen einsetzen, sind sie bereit und potenziell für die Anfangaufstellung geeignet.
Das wäre ein besonderer Moment für eine Ikone des Clubs, wie VfL-Torwartin Stina Johannes Popps Erbe kürzlich zusammenfasste. Seit ihrem Wechsel vom FCR Duisburg 2012 hat Popp den Aufstieg des VfL geprägt, mit zwei Champions-League-Siegen, sieben Nationaltiteln und elf Pokalerfolgen. Bei der EM 2022 in England wurde sie zur starken, doch zugänglichen Symbolfigur. Sowohl im Verein als auch in der Liga bleibt sie unvergessen.
Der VfL hat mich als Person und Spielerin geformt, reflektierte Popp dankbar, vor allem das Triple im ersten Jahr werde ich niemals aus dem Kopf bekommen, es war unglaublich. Ähnlich wie Direktor Ralf Kellermann plant sie beim BVB, zunächst in der Regionalliga, ein frisches Kapitel. Sie ahnt ein völlig neues Dasein, wenn sie im Sommer in ihre Heimat Gevelsberg im Ruhrgebiet zurückkehrt.
Vollgas auf dem Rasen
Um den 21. Titel mit dem VfL zu holen, braucht es Druck und vollen Einsatz, wie Popp im ZDF betonte. Die Titelverteidigerinnen aus München sind unbesiegt und holen sich den vierten Meistertitel in Folge, mit 16 Punkten Vorsprung vor den Zweiten aus Niedersachsen um Giulia Gwinn.
Das Scheitern im Champions-League-Halbfinale gegen Barcelona motiviert die Bayern als Favoritinnen zusätzlich. Die Wölfinnen verloren in dieser Saison dreimal gegen München, einschließlich Supercup (2:4, 1:3, 1:4).
Jede Spielerin aus Wolfsburg, betonte Popp, müsse alles auf dem Feld geben. Sie dachte zurück ans Finale vor zwei Jahren gegen Bayern, wo viele uns schon abgeschrieben und vom Generationenwechsel geredet hatten. Wolfsburg gewann 2:0, und Popp jubilierte erneut mit ihrem Pokal in den Armen.