Platini fordert mehr Gegenwehr gegen FIFA-Chef Infantino

Platini fordert mehr Gegenwehr gegen FIFA-Chef Infantino
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Der Ex-UEFA-Präsident Michel Platini verlangt von der europäischen Fußballführung einen stärkeren Einsatz gegen den Weltfußballverband FIFA und seinen Leiter Gianni Infantino. Die Grundprinzipien des Sports müssten nachdrücklicher geschützt werden, sagte der Franzose in einem Gespräch mit der britischen Zeitung Guardian. UEFA-Boss Aleksander Ceferin sollte sich in der FIFA deutlicher positionieren, um Infantino vor zusätzlichen Fehlern zu bewahren.

Die UEFA habe stets eine zentrale Rolle gespielt und als Ausgleich zu den fragwürdigen Initiativen der FIFA gedient. Das eigentliche Hindernis liege darin, dass Infantino seit der Corona-Krise zunehmend autoritärer agiere, unterstrich Platini. Er habe die Orientierung verloren. Die demokratischen Strukturen seien schwächer als noch unter Sepp Blatter.

Infantino, der unter Platini als UEFA-Generalsekretär gearbeitet und 2016 nach Blatters Abgang zum FIFA-Präsidenten aufstieg, war früher ein solider Assistent, aber als alleiniger Leiter ungeeignet, so der 70-Jährige. Er bevorzuge die einflussreichen Geldgeber. Das sei sein Wesen. Schon als Assistent zeigte er das, doch damals traf er keine ultimativen Entscheidungen.

Platini galt nach Blatters Rückzug als potenzieller Nachfolger. Wegen Untersuchungen zu einer umstrittenen Zahlung in Millionenhöhe wurden beide vorerst von der FIFA-Ethik suspendiert. Ein Schweizer Gericht sprach sie im August 2025 von Betrugsvorwürfen frei, und das Urteil ist nun endgültig. Infantino profitierte am meisten von diesen Ereignissen.

Mittlerweile plädiert Platini dafür, dass mehr Ex-Spieler in leitende Fußballpositionen rücken. Es sei aber eine anspruchsvolle Rolle, weshalb viele zögern. Ständiges Wahlkampfbetreiben und hohe Kosten abschrecken, erläuterte der einstige Europameister. Für eine echte Demokratie wäre es jedoch vorteilhaft, wenn frischer Wettbewerb und innovative Vorschläge entstünden.