"Pazifische Krieger": Neukaledonien erhofft sich ein WM-Mirakel

"Pazifische Krieger": Neukaledonien erhofft sich ein WM-Mirakel

Christian Karembeu fiebert mit, wenn das kleine Neukaledonien ein grosses WM-Wunder anstrebt. "Wir sind eine Nation aus pazifischen Kriegern. Alles kann gelingen", meint der französische Fussballweltmeister von 1998.

Karembeu redet von "wir", sobald es um die Inselgruppe 2.000 Kilometer östlich von Australien geht. Er wurde ja auf Lifou geboren, einem Atoll der Loyalitätsinseln, und somit in Neukaledonien.

"Ich hätte auch gern für Neukaledonien gespielt", gibt der 55-jährige Karembeu an, der als Spieler immer die französische Nationalhymne mied. Allerdings war das unmöglich: Neukaledonien ist erst seit 2004 im Weltverband vertreten.

"Ich wünsche mir, dass unsere Spieler ihr Potenzial ausspielen", äusserte Karembeu in einem FIFA-Gespräch vor dem Playoff-Turnier in Mexiko, zu dem sich der 150. der Weltrangliste durchgesetzt hat.

Jamaika und DR Kongo als Herausforderungen

Dort trifft Neukaledonien zunächst auf Jamaika, das 1998 schon an einer WM teilnahm. "Jamaika bringt zahlreiche Profis aus Europa mit. Es wird zäh", warnt Karembeu: "Doch in einem Match kann alles passieren. Immerhin sind wir pazifische Krieger."

Die "Kagus", benannt nach einem unfähigen Vogel zum Fliegen, stehen am Donnerstag (21 Uhr Ortszeit, Freitag 4 Uhr MEZ) vor dem Duell gegen Jamaika und müssen fünf Tage später auch die Demokratische Republik Kongo bezwingen. Dann steht die erste WM-Teilnahme.

Bereits die Reise war kompliziert: Rund die Hälfte der Spieler kommt aus französischen Amateurteams und reiste in zwei Gruppen über Paris nach Guadalajara, die anderen legten den langen Weg aus dem Südpazifik zurück. Trainer Johann Sidaner muss das Team nun zusammenschweissen. "Unsere Erfolgschance beträgt vielleicht ein Prozent. Aber wir investieren hundert Prozent", erklärt der Franzose.

Auch die Wahl von Sidaner unterstreicht: Im Fussball hängen Frankreich und Neukaledonien weiterhin zusammen. Bei internationalen Spielen des Überseegebiets müssen beide Flaggen gehisst werden.

Gibraltar liess daher im Oktober 2025 für ein Testspiel sogar einen dritten Mast errichten. Das Mutterland erlaubt dem Territorium mit 270.000 Bewohnern mittlerweile, beim Fussball eine eigene Hymne anstelle der Marseillaise zu verwenden.