Ohne Neuer: Bayern und VfB im Pokal-Showdown – "Da geht nichts mehr drüber"

Ohne Neuer: Bayern und VfB im Pokal-Showdown – "Da geht nichts mehr drüber"

Der erfahrene Nationaltorwart fällt aufgrund muskulärer Probleme in der Wade aus. Neuer, einer der wenigen verbliebenen Spieler aus der letzten Titelgewinnmannschaft, wird am Samstag (20.00 Uhr/ARD, Sky und Flashscore-Audioreportage) durch Jonas Urbig ersetzt.

Zum Spielbericht: FC Bayern gegen VfB Stuttgart

Mit oder ohne Neuer – die Bayern sind sich bewusst, dass ihre bisher bemerkenswerte Saison nur dann als voller Erfolg gilt, wenn auf die souveräne Meisterschaft noch das erste Double seit 2020 folgt. Die enttäuschenden Ausscheiden der vergangenen Jahre gegen Kiel, Gladbach, Freiburg, Saarbrücken und Leverkusen sollen endlich vergessen sein. Sollten die Bayern "nicht triumphieren", räumte Starstürmer Harry Kane ein, "würde dies einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen".

Pokalsieg gegen Bayern? "Unübertrefflich"

Der Titelverteidiger will genau dies verhindern. Während der Favorit seine Saison erfolgreich krönen muss, kann der VfB ohne Druck agieren. Besonders nach dem Pokalsieg des Vorjahres gegen Arminia Bielefeld und der Qualifikation für die Champions League. Das Finale sei ein "Bonusspiel", betonte Nationalspieler Deniz Undav. Stuttgart habe "nichts zu verlieren, wir sind die klaren Außenseiter", erklärte der 29-Jährige: "Es gibt einen klaren Favoriten, das ist der FC Bayern."

Ein Sieg des VfB würde eine große Überraschung darstellen und die bereits erfolgreiche Saison krönen. "Ein Pokalsieg im Finale gegen Bayern", träumte Trainer Sebastian Hoeneß, "wäre unübertrefflich." Als "die mit deutlichem Abstand beste Mannschaft Deutschlands und eine der besten Europas", lobte Hoeneß den Gegner, während er im Gegensatz zu Bayern-Trainer Vincent Kompany auf ein volles Kader zurückgreifen kann. Das Aufeinandertreffen zwischen Rekordsieger und Titelverteidiger sei "der perfekte Saisonabschluss, der perfekte Rahmen" – und der VfB ist gewarnt.

Mehrfach habe man in dieser Saison "erlebt", wozu die Bayern "fähig sind", warnte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth. Alle drei bisherigen Duelle in dieser Spielzeit gewannen die Münchner mit einer Torbilanz von 11:3. "Wenn wir zehnmal gegeneinander spielen würden, wäre die Wahrscheinlichkeit hoch, dass wir viele dieser Spiele verlieren", gab Hoeneß zu, "aber wir müssen nur eines gewinnen."

Dafür müsse man "hoffen, dass sie Fehler machen und wir diese nutzen", sagte Undav, fügte jedoch hinzu: "Das wird extrem schwer." Zumal die Bayern nach einer Liga-Saison voller Superlative, ihrer ausgiebigen Meisterfeier und trotz des knappen Ausscheidens im Champions-League-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain vor Selbstvertrauen strotzen.

Kompany bezeichnet Finale als "grandioses Geschenk"

"Wir wollen siegen – und wir werden siegen", verkündete Dreesen – bei allem "Respekt" vor Stuttgart. Auch Präsident Herbert Hainer zeigte sich "sehr optimistisch": "Wer die Mannschaft das gesamte Jahr über gesehen hat, mit welcher Geschlossenheit sie gespielt hat – sie will unbedingt den Titel holen, um die Saison perfekt abzuschließen."

Und "um das Gefühl zu haben, dass wir den nächsten Schritt gemacht haben", wie Kane betonte. "Seit meinem ersten Tag bei Bayern sprechen alle von Berlin", sagte Trainer Kompany: "Den Verein wieder dorthin zu führen, ist ein grandioses Geschenk." Doch ohne Titel wäre dies kaum etwas wert.