ÖFB-Team startet mit großem Selbstvertrauen in die WM-Endrunde
Die Uhr tickt. Am 17. Juni beginnt für Österreich mit der Partie gegen Jordanien die erste Weltmeisterschaft seit 1998. Im Basecamp in Santa Barbara laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, und die Stimmung im Team ist entsprechend zuversichtlich.
„Die Vorfreude ist riesig. Es macht großen Spaß, und die Rahmenbedingungen sind hervorragend. Ich kann es kaum erwarten, bis es endlich losgeht“, erklärte Konrad Laimer nach den ersten Trainingstagen in Kalifornien.
Auch Romano Schmid erlebt die Reise in die USA als etwas ganz Besonderes. Der Spieler von Werder Bremen betritt dabei sowohl sportlich als auch persönlich Neuland. „Ich war noch nie in Amerika, daher ist das wirklich außergewöhnlich. Das Hotel, der Platz, die Stadt – das ist schon etwas Einzigartiges“, so der Offensivspieler.
Nach dem erfolgreichen Lehrgang am ÖFB-Campus und dem 1:0-Sieg gegen Tunesien hat die Mannschaft bereits mehrere Trainingseinheiten im Harder Stadium absolviert und arbeitet intensiv auf den WM-Start hin.
Der Ausfall von Baumgartner tut weh
Die positive Grundstimmung wird nur durch den Ausfall von Christoph Baumgartner getrübt. Der Offensivspieler zog sich beim Aufwärmen vor dem Spiel gegen Tunesien eine Oberschenkelverletzung zu und wird die Weltmeisterschaft verpassen.
Für Laimer ist der Verlust sowohl sportlich als auch menschlich kaum auszugleichen. „Baumi kann man nicht ersetzen. Er ist ein ganz besonderer Spieler. Wir werden ihn während des gesamten Turniers vermissen und versuchen, seinen Ausfall als Team zu kompensieren.“
Gerade nach der besten Saison seiner Karriere hätte Baumgartner eine Schlüsselrolle in der österreichischen Offensive spielen sollen. Nun ist die Mannschaft gefordert, die entstandene Lücke zu schließen.
Mit Selbstbewusstsein nach San Francisco
Trotz dieses Rückschlags reist Österreich mit viel Optimismus zur Endrunde. Die Mannschaft ist seit fünf Spielen ungeschlagen und hat in diesem Kalenderjahr Siege gegen Ghana, Südkorea und Tunesien gefeiert.
Konkrete Ziele wollen die Spieler nicht nennen, doch die Ambitionen sind deutlich spürbar. „Wir möchten der ganzen Welt zeigen, wie gut ein kleines Land wie Österreich Fußball spielen kann“, betonte Laimer. „Wenn wir unsere Leistungen so abrufen, wie wir es in den letzten Jahren getan haben, wenn wir unseren Fußball spielen, dann bin ich zufrieden.“
Auch Schmid sieht großes Potenzial im Team: „Wenn wir unser Gesicht zeigen und unser volles Potenzial abrufen, dann können wir sicher weit kommen.“
Dabei soll vor allem die Erfahrung der Führungsspieler helfen. Mit David Alaba, Marcel Sabitzer und Marko Arnautovic hat Österreich mehrere Akteure, die seit Jahren auf höchstem internationalem Niveau spielen. „Die Weltmeisterschaft ist schon etwas anderes als die EURO. Wir haben aber Spieler, die regelmäßig auf einer ganz großen Bühne agieren. Die können uns unglaublich viel mitgeben“, sagte Schmid.
Für Laimer steht fest, worauf es bei einem Turnier dieser Größe ankommt: „Es geht um Momente im Turnier, es geht auch um Momente von einzelnen Spielern. Wir brauchen jeden Einzelnen. Ich möchte der Mannschaft mit meiner Art zu spielen helfen. Ich möchte alles, was ich kann, auf den Platz bringen.“
Mit dieser Einstellung reist Österreich in wenigen Tagen nach San Francisco – und mit dem Ziel, bei seiner WM-Rückkehr international für Aufsehen zu sorgen.