Niederlage in Leipzig: Union stagniert – aber Eta fühlt sich wohl
Trotzdem schaute die Übergangstrainerin den letzten drei Begegnungen der Saison gelassen entgegen. "Keine Bauchschmerzen" habe sie, erklärte Eta im Sky-Gespräch nach der 1:3-Niederlage (0:2) gegen RB Leipzig. "Wir wussten, dass der Pfad weiterhin steinig bleibt", meinte die 34-Jährige. Obwohl sie in ihren ersten zwei Einsätzen als Trainerin zweimal unterlegen war, bleibe sie "zunächst optimistisch". Sie hat recht, durch Aufgeben hat man noch nie die Liga gehalten.
Zum Spielbericht: RB Leipzig gegen Union Berlin
Dennoch ist der allgemeine Kurs bei Union besorgniserregend. In den letzten 16 Partien gelangen nur zwei Erfolge, die jüngsten fünf Duelle endeten für die Berliner ohne Sieg. Kein Erstaunen daher, dass der Vorsprung zum Relegationsrang 16 vor dem Spieltag lediglich sechs Zähler maß. Da Union durch die Blamage in Leipzig bei 32 Punkten hängen blieb, geistert der Schrecken vor zwei Play-off-Spielen um den Bundesliga-Status erneut durch Köpenick.
"Wir sind uns bewusst, dass wir noch Punkte erobern müssen", räumte Eta ein und ergänzte: "Auch haben wir Teams im Rücken. Wir können nach oben blicken." Vorne meint sie hauptsächlich das Auswärtsspiel nächsten Samstag (15.30 Uhr bei Sky) beim 1. FC Köln. Das muss unbedingt geholt werden. Sollte Union wieder straucheln, wird es bei den verbleibenden Terminen gegen FSV Mainz 05 und abschließend FC Augsburg richtig eng.
Beim Kandidaten für die Champions League, RB Leipzig – das räumt Union ein – darf man derzeit scheitern. So rasch wie Mintzlaff an den Bänken für Spenden beim "Wings for Life World Run" sprintete, jagten die Union-Abwehrkräfte den zu wendigen Leipzigern hinterher. Vor allem dem im Sommer eventuell in ganz Europa umworbene Yan Diomande, der seinen Markierern wieder Drehmomente verpasste. Ja, dort ist eine Pleite vertretbar.
Normale Leistung genügt nicht
Was Eta jedoch meistern muss, ist Unions Schwäche beim Treffermachen. In ihrem ersten Spiel gegen VfL Wolfsburg (1:2) erarbeiteten die Berliner Gelegenheiten für zwei Duelle, verwerteten aber zu wenig. Kam es zu einem Vorgang gegenüber dem simplen Stil unter Vorgänger Steffen Baumgart, stellte die erste Pause in Leipzig nun Zweifel auf, da im Angriff nichts los war. Wie Eta feststellte, müsse Union "geschickter mit dem Ball hantieren, um Tore zu erzielen. Und idealerweise mehr als eines."
Der Kopfball von Verteidiger Danilho Doekhi (78.), typisch Union aus dem Eckstoß, kam zu verspätet und war zu wenig. Wenigstens nicht gegenüber Leipzig. Die Zuversicht gilt nun, dass die Berliner Taktiken gegen die kommenden Rivalen, klar kleinere Fische als RB, ausreichen. Eta ist "fest davon überzeugt, dass wir in den nächsten Matches die wichtigen Punkte sicherstellen". Endlich vorankommen, das wäre ideal.