Nach Göttlich-Vorstoß: WM-Boykott für DFB derzeit kein Thema

Nach Göttlich-Vorstoß: WM-Boykott für DFB derzeit kein Thema

Nach dem Vorschlag von Vize Oke Göttlich hat sich das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes trotz der unsicheren Situation um den Co-Gastgeber USA entschieden gegen einen Boykott der Weltmeisterschaft ausgesprochen. Ein Verzicht auf das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko von 11. Juni bis 19. Juli sei momentan kein Diskussionsthema, hieß es vom Verband nach einer Besprechung am Freitag. Das Präsidium sei einig darin, dass sportpolitische Gespräche intern und nicht in der Öffentlichkeit geführt werden sollen.

Göttlich, Präsident des Bundesligisten FC St. Pauli und stellvertretender DFB-Chef, wollte nach eigenen Worten eine Debatte einleiten und von den Verantwortlichen Klärung zu einem potenziellen Boykott einholen unter anderem von Bernd Neuendorf. Nebst dem DFB-Präsidenten haben sich kürzlich auch Vertreter von Vereinen beim Neujahrsempfang der Deutschen Fußball Liga klar gegen einen Boykott gewandt.

Wir vertrauen auf die einende Wirkung des Sports und auf den globalen Einfluss einer Fußball-Weltmeisterschaft. Unser Anliegen ist, diese positive Energie zu fördern und nicht zu blockieren, erklärte der DFB in einer Stellungnahme. Der Verband tauscht sich intensiv mit Repräsentanten aus Politik, Sicherheit, Wirtschaft und Sport zur Vorbereitung des Ereignisses aus.

Neuendorf und DFL-Präsident Hans-Joachim Watzke äußerten zudem ihren Ärger darüber, dass Göttlich die Diskussion vorangetrieben hat. Sie komme unpassend, meinte der DFB-Präsident: Der Kollege ist noch nicht lange im Amt. Leider hat er zu früh gehandelt.

Die harte Haltung von US-Präsident Donald Trump bezüglich Grönland, die frischen Zoll-Ankündigungen gegenüber dem Co-Gastgeber Kanada und die Verschärfung der Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis mit einem zweiten Todesfall in nur zweieinhalb Wochen sorgen für Unruhe in Blickrichtung der USA. Auch aus politischen Kreisen fielen erste Hinweise auf einen Boykott. Die Bundesregierung empfiehlt Reisenden seit Montag offiziell mehr Achtsamkeit.

Der Fußball sollte es ertragen können, dass solche Themen besprochen werden, betonte Göttlich am Montag. Der DFB erklärte nun: Wir möchten uns im nächsten Sommer in einem gerechten Wettbewerb mit den anderen qualifizierten Mannschaften behaupten. Zudem soll es den Fans weltweit im Stadion und auf den Fanmeilen ein harmonisches Fußballfest bereiten so wie bei der Europameisterschaft 2024 in unserem Land.