Nach Final-Chaos beim Afrika-Cup: Marokko kündigt Protest an

Nach Final-Chaos beim Afrika-Cup: Marokko kündigt Protest an

Das Final-Chaos beim Afrika-Cup ist für Marokko noch nicht erledigt. Der marokkanische Fußball-Verband (FRMF) hat am Montag angekündigt, rechtliche Schritte beim afrikanischen Verband (CAF) und beim Weltverband (FIFA) einzuleiten. Konkret soll das Verlassen des Platzes durch die senegalesische Nationalmannschaft geprüft werden. "Diese Situation hatte erhebliche Auswirkungen auf den normalen Spielverlauf und die Leistung der Spieler", hieß es in einer Erklärung des FRMF.

Der Sieg des Senegal mit 1:0 (0:0) nach Verlängerung wurde von einem Skandal überschattet. Der Auslöser war, dass sich der Senegal doppelt benachteiligt fühlte. Zu Beginn der Nachspielzeit hatte Schiedsrichter Jean-Jacques Ndala (DR Kongo) dem Führungstor des Senegal aufgrund eines umstrittenen Fouls in der Aufbauzone die Anerkennung verweigert. Als der Schiedsrichter nach VAR-Überprüfung einen Strafstoß für Marokko in der 90.+8. Minute vergab, eskalierten die Ereignisse.

Senegals Trainer Pape Thiaw schickte seine Spieler vom Feld, und auf den Tribünen in Rabat brach Tumult aus. Fans aus Senegal versuchten, auf den Platz zu stürmen, doch Sicherheitskräfte hielten sie auf. Erst fast 20 Minuten nach dem Elfmeterentscheid durfte Marokkos Brahim Díaz antreten, und er schoss den Strafstoß schwach in die Arme von Edouard Mendy, der sein Team in die Verlängerung brachte. Dort erzielte Pape Gueye (94.) mit einem präzisen Schuss den zweiten Afrika-Cup-Triumph für Senegal nach 2022.

FIFA-Präsident Gianni Infantino kritisierte das Final-Chaos anschließend scharf. Der Präsident des Fußball-Weltverbandes postete auf Instagram über "inakzeptable" und "hässliche" Szenen, die "verurteilt" werden müssen und sich "niemals wiederholen" dürfen. Er forderte, dass die zuständigen Disziplinorgane des afrikanischen Verbandes CAF "die notwendigen Maßnahmen ergreifen".

Der CAF reagierte darauf und verurteilte in einer Mitteilung das "inakzeptable Verhalten einiger Spieler und Offizieller". Der Verband kündigte außerdem an, "alles verfügbare Videomaterial" zu analysieren und den Vorfall an die relevanten Behörden zu übergeben, "um gegen die Verantwortlichen angemessene Sanktionen zu verhängen".