Murat Yakin porträtiert: Von der unsicheren Wahl zum uneingeschränkten Chef der Schweizer Nationalmannschaft
Murat Yakin (Schweiz)
GEBURTSDATUM: 15. September 1974
NATIONALITÄT: Schweiz
IM AMT SEIT: August 2021
TAKTISCHES PROFIL: Schnelle Umschaltungen und kompakte Verteidigung
GRÖSSTE ERFOLGE ALS TRAINER: Zweimal Schweizer Meister (FC Basel), WM-Achtelfinale 2022, EM-Viertelfinale 2024 (Schweiz)
Von der unsicheren Wahl zum uneingeschränkten Chef der Schweizer Nationalmannschaft
Die Lebensgeschichte von Murat Yakin verkörpert einen klassischen Schweizer Erfolgsweg. Als Kind türkischer Zuwanderer kam er in bescheidenen Umständen zur Welt. Seine Mutter Emine fuhr Murat und seinen Bruder Hakan immer mit dem Rad zu den Trainings. Bis heute bleibt sie seine engste Vertrauensperson. Diese starke Bindung zur Familie und die Disziplin, die er früh erlernte, formen Yakin noch immer.
Der frühere zentrale Abwehrspieler wurde jedoch lange als eigensinnig betrachtet. Wegen seiner kühlen Manier hatte er oft mit Widerständen zu kämpfen. Als er im August 2021 das Amt des Trainers der Schweizer Nationalmannschaft von Vladimir Petkovic übernahm, war die Skepsis in der Öffentlichkeit enorm. Bekannte Persönlichkeiten wie Arsène Wenger oder Joachim Löw wurden mit den Schweizern in Verbindung gebracht, während Yakin zu jener Zeit nur den Verein FC Schaffhausen in der zweiten Liga leitete.
Vor dem Start der EM 2024 wuchsen die Forderungen nach einem Trainerwechsel an. Die Qualifikation verlief unrund, und ein Streit mit Mannschaftskapitän Granit Xhaka wurde öffentlich thematisiert. Yakin blieb gelassen gegenüber den Vorwürfen. Mit unerschütterlicher Ruhe glättete er die inneren Konflikte und wandelte sich vom Einzelgänger zum charismatischen Führer.
Im Verlauf des Turniers bot er taktische Brillanz pur. Gegen die überlegenen Italiener oder das gefeierte deutsche Team, fand Yakin fast stets die richtige Strategie, um Widersacher trotz qualitativer Unterschiede zu neutralisieren.
Er setzte auf eine disziplinierte Abwehr, die zuverlässig von seinem Verteidigungsleiter Manuel Akanji gesteuert wird. Xhaka hat im zentralen Mittelfeld als Organisator volle Freiheit. Seine raschen Angreifer können in den bevorzugten Konterchancen ihr Talent frei entfalten.
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