Lionel Messi: Zwischen privaten Sorgen und dem Traum vom zweiten WM-Titel

Lionel Messi: Zwischen privaten Sorgen und dem Traum vom zweiten WM-Titel

Luzu TV warf die für die Falschmeldung verantwortlichen Personen raus, Moderatorin Florencia Pena bat wortreich um Verzeihung und trat zurück, doch der Schaden war da bereits angerichtet. Wie es Lionel Messi in diesen Tagen geht und wie es ihm dennoch gelingt, die große Fußball-Nation Argentinien bei ihrer WM-Mission zu schultern, ist schwer zu beantworten.

Zum Match-Center: Argentinien vs. Österreich

In der Mannschaft ist er nicht allein, dort wird er emotional aufgefangen. "Ich bin der Delegation und all meinen Teamkollegen dankbar. Sie waren immer an meiner Seite und haben mir die Kraft gegeben, damit zurechtzukommen", sagte Messi, der seine Tränen beim 3:0 gegen Algerien zum Auftakt nicht zurückhalten konnte.

Sein Vater Jorge, so viel teilte die Familie mit, erhole sich aktuell von einem nicht näher definierten "gesundheitlichen Problem". Er "steht derzeit unter medizinischer Aufsicht, erholt sich und macht unter den gegebenen Umständen gute Fortschritte", hieß es.

Messi hat viele Vertraute

Der Zuspruch für Messi reicht über das eigene Team hinaus. US-Nationaltrainer Mauricio Pochettino, der Messi einst bei Paris Saint-Germain betreute, sprach dem ehemaligen Weggefährten und Landsmann Mut zu. "Ich möchte ihm all meine Unterstützung senden, weil er in einer schwierigen familiären Situation ist", sagte Pochettino.

Im WM-Alltag rückt mehr denn je Messis "círculo íntimo", sein engster Kreis in der Nationalmannschaft, in die Verantwortung. Messi gilt als sensibler, introvertierter und beziehungsorientierter Mensch. Die enge Bindung zu einigen Mitspielern gibt ihm zusätzlichen Halt.

Mit Leandro Paredes, Giovani Lo Celso und Nicolas Otamendi besteht ein über Jahre aufgebautes, besonders enges Vertrauensverhältnis. Kein anderer Teamkollege ist für Messi aber so wichtig wie Rodrigo De Paul.

"Für Messi in den Krieg ziehen"

"Man würde", sagte De Paul einmal, "für Messi in den Krieg ziehen." Auf dem Platz ist De Paul, der auch als Messis engster Freund im Team gilt, Beschützer und Verbindungsspieler. Er verschafft dem bald 39-Jährigen Freiheiten und entlastet ihn in der Defensivarbeit. Auch der präzise Pass als Vorlage zu Messis Traumtor zum 1:0 gegen Algerien kam von De Paul. Inzwischen kickt er mit Messi bei Inter Miami.

Vor dreieinhalb Jahren standen beide gemeinsam im siegreichen WM-Finale in der Startelf. Im Sommer 2026 soll sich das Erlebnis wiederholen. "Es ist ein Vorteil, Leo zu haben – wegen der Art, wie er die Mannschaft führt und vorantreibt, und wegen der Person, die er ist", sagte De Paul nach dem erfolgreichen Auftakt am vergangenen Dienstag: "Ihm sind individuelle Rekorde egal. Er stellt die Mannschaft in den Vordergrund, für uns ist das unglaublich."

Am kommenden Mittwoch, zwei Tage nach dem zweiten Spiel der Gruppe J gegen Österreich (19.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV), feiert Messi seinen 39. Geburtstag. Die Feier dürfte angesichts der Sorgen um Vater Jorge getrübt sein. Immerhin, allein ist er nicht.