Lienhart verwirklicht seinen WM-Traum: „Wir möchten der Welt demonstrieren, wozu Österreich fähig ist“
Am 17. Juni trifft Österreich auf Jordanien zum Auftakt der ersten WM seit 1998. Philipp Lienhart ist dabei nicht nur Zuschauer, sondern steht mitten im Geschehen. Der Innenverteidiger betrachtet das Turnier in Nordamerika als den Höhepunkt seiner Laufbahn im Nationalteam.
„Die Erwartung ist riesig. Wir haben uns diesen Erfolg in der Qualifikation hart erkämpft“, erklärt der 29-Jährige gegenüber oefb.at an seinem freien Tag im Teamquartier in Santa Barbara. Die Begeisterung sei nicht nur im Team zu spüren, sondern im gesamten Land. „Wir möchten der Welt beweisen, dass österreichischer Fußball auf hohem Niveau zu Hause ist.“
Diese Spielergeneration empfindet die WM als besonders wichtig, auch wegen der langen Durststrecke. Österreich war zuletzt 1998 bei einer Weltmeisterschaft dabei, damals war Lienhart erst ein Jahr alt. Jetzt ist er Teil des Teams, das ein neues Kapitel aufschlagen will.
Vorbild Ronaldinho, Weggefährten Herzog und Polster
Die Faszination für WM-Turniere begleitet Lienhart seit seiner Jugend. Besonders eingeprägt hat sich das Finale 2002 zwischen Brasilien und Deutschland.
„Als Kind träumt man von solchen Turnieren“, sagt der Niederösterreicher. Sein Idol war damals kein Abwehrspieler, sondern ein brasilianischer Ballzauberer: „Wahrscheinlich war es Ronaldinho. Er war ein ganz besonderer Spieler.“
Dass aus dem offensiv orientierten Kind später ein international begehrter Innenverteidiger wurde, ergab sich im Lauf der Zeit. Mittlerweile gehört Lienhart zu den routiniertesten Akteuren im ÖFB-Aufgebot und teilt sich mit David Alaba die Führungsrolle in der Abwehr.
Er ist sich der Vorbilder der Vergangenheit bewusst. Mit einigen Idolen der WM 1998 hat er bereits persönlichen Kontakt gehabt. „Ich durfte Andi Herzog kennenlernen. Auch Toni Polster ist mir bekannt. Toni Pfeffer habe ich ebenfalls getroffen. Das sind große Persönlichkeiten, in deren Fußstapfen wir treten“, sagt Lienhart.
Argentinien als besondere Herausforderung
Nach den Duellen mit Jordanien und Algerien trifft die ÖFB-Elf auf den Titelverteidiger Argentinien. Lienhart sieht darin genau die Art von Prüfung, für die man als Fußballprofi lebt.
„Wenn man die Klasse dieser Mannschaft mit Lionel Messi und anderen Weltstars betrachtet, ist das außergewöhnlich“, so der Freiburger. Bei der Auslosung habe er sogar auf Argentinien gehofft. „Für solche Partien arbeitet man. Man will sich mit den Stärksten messen.“
Dass Österreich mit solcher Selbstsicherheit zur WM reist, schreibt Lienhart auch Teamchef Ralf Rangnick zu. „Er hat eine klare Vorstellung von seinem Fußball. Wir trainieren seit Jahren nach diesen Grundsätzen, jeder kennt die Abläufe. Das ist unsere Stärke.“
Mit dem gestärkten Selbstbewusstsein, einer eingespielten Mannschaft und der Begeisterung des ganzen Landes im Rücken will Lienhart bewirken, dass die WM 2026 nicht nur als Rückkehr in den Fokus bleibt, sondern als Turnier, bei dem Österreich auch sportlich Akzente setzt.