"Liebling des Publikums": Abschied von Sepp Piontek
Die Welt des Fußballs trauert um Sepp Piontek. Der Spieler mit sechs Länderspielen für Deutschland, der sowohl als Akteur als auch als Trainer für Werder Bremen aktiv war, verstarb mit 85 Jahren in seinem gewählten Zuhause Dänemark. Der dänische Verband, für den Piontek in seiner glanzvollen Zeit als Übungsleiter tätig gewesen war, teilte dies am Donnerstag in sozialen Medien mit.
"Bereits als Spieler begeisterte er durch sein rücksichtsloses Engagement auf dem Rasen und sein charmantes Wesen abseits davon in Bremen zu einem echten Favoriten beim Publikum", erklärte Werder Chef Hubertus Hess Grunewald: "In seiner Rolle als Trainer erlangte er vor allem in Dänemark einen legendären Ruf und diente als hervorragender Repräsentant des deutschen Fußballs. Sein Ableben berührt uns tief. Der SV Werder Bremen wird sich stets respektvoll an Sepp Piontek erinnern."
Während seiner Zeit als Spieler absolvierte der in Breslau geborene Piontek von 1960 bis 1972 über 300 Pflichtbegegnungen für Werder, in denen der Abwehrspieler 19 Treffer markierte. 1961 holte er mit dem Team den DFB Pokal, 1965 die Meisterschaft im Land.
Danach wechselte Piontek ans Traineramt. Bevor er elf Jahre lang die dänische Auswahl führte und sie 1984 bis ins EM Halbfinale brachte, hatte er neben Werder auch Fortuna Düsseldorf und den FC St. Pauli betreut. Seine abschließende Position als Nationalcoach war das Team Grönlands im Jahr 2004.
Morten Olsen, der Piontek als dänischer Bundestrainer nachfolgte, nannte den Verblichenen in der Zeitung B.T. einen "ausgezeichneten Übungsleiter. Er war stets optimal vorbereitet. Und er hatte den passenden Ausgleich entdeckt. Weil er verstand, dass man bei diesen Dänen auch mit Witz umgehen musste", so Olsen.