Letzter Moment Sieg: Freiburg besiegt Underdog Tel Aviv
Ein nervenaufreibender Triumph in einem stark gesicherten Match: Der SC Freiburg darf in der Europa League trotz holpriger Leistung bald ans Achtelfinale denken. Julian Schusters Mannschaft holte sich im spannungsgeladenen Auswärtsspiel gegen den israelischen Titelverteidiger Maccabi Tel Aviv einen 1:0 Erfolg (0:0) und sitzt nun fest auf einem der Top Acht Plätze vor dem finalen Gruppenspieltag. Falls die Ergebnisse der Rivalen nicht perfekt gegen die Breisgäuer laufen sollten, genügen die 17 Zähler bereits.
Igor Matanovic (82.) erzielte den entscheidenden Treffer für die nicht sonderlich beeindruckende Freiburger Truppe, die im siebten Gruppenmatch weiterhin unbesiegt blieb. "Ein starker Teamarbeitserfolg", kommentierte Schuster bei RTL+: "Wir hatten im Vorfeld betont, dass Disziplin der Schlüssel ist. Die Spieler haben das ausgezeichnet beherzigt. Viele Gelegenheiten, ruhig und fokussiert geblieben - herzliches Lob an das Team. Die Jungs haben super durchgehalten."
Der Trainer kann den Februar nun mit zwei vollen Trainingswochen füllen, anstatt sich mit den komplizierten Play off Runden herumschlagen zu müssen. Die Achtelfinals finden am 12. und 19. März statt, doch zunächst wartet am nächsten Donnerstag (21.00 Uhr) das abschließende Gruppenspiel auswärts beim OSC Lille.
Wegen verstärkter Sicherheitsmaßnahmen aufgrund der angespannten politischen Situation boykottierten einige Fan Gruppen der Freiburger das Stadion, außerdem verspäteten sich viele Zuschauer durch die strengen Checks und kamen erst nach Spielbeginn an. "Die Situation ist leider so bedauerlich, dass solche Maßnahmen notwendig sind", meinte Schuster: "Man muss das hinnehmen. Unser Augenmerk sollte auf dem Fußball liegen, um keine Kraft damit zu vergeuden."
Trotzdem mussten sich die Athleten an die deprimierende Stimmung gewöhnen. Der Auftakt war chaotisch, Maccabi unterbrach den Fluss ständig mit leichten Fouls und killte von Anfang an die Zeit. Obwohl Freiburg klar überlegen war gegen die löchrigste Abwehr der Konkurrenz, ergab sich vor der Halbzeitpause nur sporadisch Gefahr: Zuerst verpatzte Matanovic einen Löffelball (17.), dann stoppte ihn Roi Mishpati allein vorm Tor (37.).
Nach der Pause hielt Freiburgs Dominanz gegen die meist harmlosen Gegner an, ergänzt um eine Fülle an verpatzten Chancen. In einer Gelegenheit prallte Matthias Ginter an Mishpati ab, daraufhin knallte Matanovic den Rebound aus kurzer Distanz ans Lattenoberkante (56.). Auch Derry Scherhant (68.) vergeigte aus der Nähe einen Volltreffer, bevor Matanovic per Kopfball zum 1:0 knüpfte.