Kopfballgigant und Talentförderer: Horst Hrubesch zum 75. Geburtstag

Kopfballgigant und Talentförderer: Horst Hrubesch zum 75. Geburtstag

Hrubesch war stets zur Stelle, wenn man ihn brauchte. Ob als Trainer, als Begleiter junger Talente oder früher als angesehener Torjäger. Sein berühmter Satz "Manni Banane, ich Kopf, Tor!" ist ikonisch, und an seinem 75. Geburtstag tauchen die Anekdoten über den "Langen" erneut auf.

Flashscore im Gespräch mit dem "Kopfballgiganten" , HSV Ikone Horst Hrubesch im Portrait

Hrubesch mag es nicht, im Rampenlicht zu stehen. "Ich halte mich wie gewohnt im Hintergrund", meint er. Für seinen Geburtstag plant er mit Frau Angelika eine Auszeit in Österreich. Dort will er es "beim Angeln und Ähnlichem entspannt angehen".

WM Triumph fehlt in der beeindruckenden Sammlung von Erfolgen

Als Spieler sorgte Hrubesch für ordentlich Wirbel. Er war nicht der Eleganteste, doch er besaß immense Ausdauer. "Hotte" rollte die Ärmel hoch, er spielte mit vollem Einsatz, er rang, grub, kaute Gras, drängte. Er tauchte in den Schlamm ein. Hingabe, Fleiss und echte Mühe, das schätzten die Anhänger an Hrubesch, dem ausgebildeten Dachdecker. "Es formt dich, wenn du den Wert von Arbeit kennst. Dagegen ist der Fussballberuf ein Traum", erklärte er einmal.

Im Fussball hat Hrubesch viel durchgemacht. Geboren in Hamm, aufgewachsen im Ruhrgebiet, debütierte er in der Bundesliga bei Rot Weiss Essen. Doch unvergessen bleibt er beim HSV. Nach Vorbild Uwe Seeler wurde Hrubesch von 1978 bis 1983 zum zweitbesten Angreifer der Vereinsgeschichte, er prägte die glanzvollste Phase des Klubs maßgeblich.

Hrubesch siegte im Europapokal der Landesmeister 1983 und wurde Deutscher Meister 1979, 1982 sowie 1983, er erzielte 134 Treffer in 212 Pflichtpartien für Hamburg, darunter beeindruckende 70 Kopfballtore. Viele davon vorbereitet von Manfred Kaltz. Beim EM Erfolg 1980 traf Hrubesch doppelt für Deutschland im Endspiel gegen Belgien.

"Ein Weltmeistertitel hätte mich gefreut", äußerte Hrubesch kürzlich gegenüber dem kicker, stattdessen folgte 1982 die schmerzhafte Finalpleite gegen Italien.

Mentor der Rio Weltmeister

"Handeln und Wirken" bleibt sein Leitsatz. Bereits mit 13 Jahren übernahm Hrubesch Verantwortung im Haushalt, nachdem der Vater gegangen war. Seither ist er ein Helfer, auf den man bauen kann.

Seine Laufbahn als Trainer startet unrund, doch als Jugendtrainer im DFB holt er mit der U19 den EM Titel 2008 und ein Jahr später mit der U21, darunter künftige Weltmeister wie Neuer, Hummels, Jerome Boateng, Benedikt Höwedes, Sami Khedira und Mesut Özil. 2016 in Rio coachte er die deutschen Herren mit Gnabry bis ins Finale gegen Brasilien.

Auch bei den DFB Damen kommt Hrubeschs fürsorglicher Stil gut an, er übernimmt interimistisch für Steffi Jones und Martina Voss Tecklenburg, und 2024 in Paris sichert er mit Bronze eine Olympia Medaille. Hrubesch ist Olympia Begeisterter und unterstützt Hamburgs Kandidatur herzlich. "Man kann es nicht beschreiben, man muss es miterleben. Man muss es erblicken", betont er.