Kofane trifft: Bayer pirscht sich an Königsklasse heran
Der Trend ist umgekehrt und der direkte Kontakt wieder aufgenommen: Bayer Leverkusen hat sich durch einen Sieg auswärts in Hamburg den Plätzen für die Champions League genähert. Das Team unter Trainer Kasper Hjulmand gewann das Nachholspiel gegen den HSV am Mittwochabend zu Recht mit 1:0 (0:0) und liegt als Sechster nun nur noch drei Punkte hinter der TSG Hoffenheim und dem VfB Stuttgart.
"Wir müssen nachziehen, wir sind in der Rolle der Verfolger, daher war dieser Sieg äusserst bedeutsam. Wir halten Schritt und geben auf keinen Fall auf", erklärte Bayer Sportdirektor Simon Rolfes bei Sky. Die Leistung beim Aufsteiger war "ein signifikanter Fortschritt. Ein solides Spiel."
Christian Kofane erzielte das Tor in der 73. Minute für die Werkself, die in letzter Zeit wenig Elan gezeigt hatte, und die im Volksparkstadion vor 57.000 Fans geduldig ihre Arbeit verrichtete. Der HSV muss nach der zweiten Heimniederlage innerhalb weniger Tage verstärkt nach unten blicken. Der Vorsprung des Teams von Trainer Merlin Polzin auf den Relegationsplatz 16 beträgt vier Punkte.
50 Tage nach dem geplanten Termin boten beide Teams dem Publikum eine insgesamt uneinheitliche Partie. Das Spiel war aufgrund von Sicherheitsgründen nach starkem Frost verschoben worden. Sowohl der HSV als auch die Rheinländer wollten die Misserfolge vom Wochenende hinter sich lassen. Die zuvor so starken Hanseaten zu Hause hatten gegen Leipzig ein 1:2 hinnehmen müssen, Leverkusen war gegen Mainz bei einem 1:1 geblieben.
"Wir gehen mit viel Energie ins Spiel", hatte Polzin vorab gesagt und liess den zunehmenden Druck durch die Erfolge der Konkurrenten nicht an sich heran. Mit dem Einsatz seines Teams konnte er in den ersten Minuten zufrieden sein, mit der defensiven Organisation weniger. Leverkusen wurde rasch gefährlich, zunächst durch einen Kopfball des 18 jährigen Debütanten Montrell Culbreath in der Startelf (8.). Danach scheiterte Martin Terrier mit einem Volleyschuss am Querbalken (13.).
Die Gäste, die auf ihren Stürmer Patrik Schick wegen Muskelproblemen verzichten mussten, drängten den HSV tief in die eigene Hälfte. Nach einem Foul von HSV Ersatzkapitän Nicolai Remberg an Ibrahim Maza am Strafraumrand pfiff Schiedsrichter Sören Storks Elfmeter. Der VAR griff ein und änderte es zu einem Freistoss, der nichts brachte (15.). Danach liess die Spannung nach.
Leverkusen scheiterte auch in der zweiten Halbzeit, wie beim Kopfball von Edmond Tapsoba, nur knapp an der Führung (54.). Der HSV, der durch Remberg einen Konter beendete (55.), war defensiv stark gefordert und fiel dann zurück.