Keine Ratschläge von Fischer: Bei Union und Lustrinelli "gab es inhaltliche Übereinstimmung"

Keine Ratschläge von Fischer: Bei Union und Lustrinelli "gab es inhaltliche Übereinstimmung"

In der Spielzeit 2012/2013 hatte der italienisch-schweizerische Trainer zeitweise unter Fischer als Assistenztrainer beim FC Thun mitgewirkt, bevor dieser später im Zeitraum von 2018 bis 2023 Union von der zweiten Liga bis in die Champions League führte und sich in Köpenick zur Legende entwickelte. Mit seinem Wechsel nach Berlin tritt Lustrinelli gewissermaßen in die Fußstapfen seines Landsmannes.

Der 50-Jährige kommt jedoch gut mit den Erwartungen zurecht. "Druck entsteht nur durch einen selbst. Es hängt davon ab, wie man die Dinge betrachtet. Für mich ist es entscheidend, die Reise zu genießen und sie als Herausforderung zu betrachten. Nicht zu stark auf Vergleiche achten. Einfach im Hier und Jetzt leben. Ich möchte dazu beitragen, dass der gesamte Verein, das Team und die Spieler sich verbessern", erklärte er.

Schweizer Trainer "fordert diese Gewinnermentalität"

Lustrinelli und Union Berlin – das schien auf den ersten Blick eine perfekte Verbindung. "In den ersten drei Stunden unseres Treffens mit Horst Heldt und Dirk Zingler (Geschäftsführer und Präsident von Union/d. Red.) sprachen wir nicht über Fußball. Wir unterhielten uns über das Leben und über Menschen", berichtete er. Auch Heldt zeigte sich beeindruckt vom Dialog: "Man entwickelt sofort eine gemeinsame Basis. Mauro strahlt eine besondere Aura aus. Und inhaltlich waren wir uns sofort einig."

Erst vor kurzem hatte Lustrinelli überraschend den Aufsteiger FC Thun, den er seit 2022 trainierte, zur Meisterschaft in der Schweiz geführt. Bei Union soll er nun die Spielphilosophie weiterentwickeln und den traditionellen Defensivstil mit langen Bällen und Standards durch einen moderneren Ansatz ersetzen. Seine Überzeugung: "Als Trainer erwarte ich viel, weil ich auch von mir selbst viel verlange. Ich erwarte nur das Beste. Und ich erwarte diese Siegermentalität, diesen Willen, uns kontinuierlich zu verbessern", betonte der Coach.

In Berlin übernimmt Lustrinelli die Aufgaben der Interimstrainerin Marie-Louise Eta, die den Verein am Ende der vergangenen Saison in der Bundesliga hielt. Im April hatte sich Union nach einer enttäuschenden Rückrunde von Trainer Steffen Baumgart getrennt. Medienberichten zufolge soll der Verein für Lustrinelli, dessen Vertrag in Thun noch bis 2028 lief, eine Ablösesumme von etwa einer Million Euro gezahlt haben.