Karten, Wechsel und Pausen: Neue Vorschriften bei der Fußball-WM 2026
ROTE KARTE BEIM MUNDVERDECKEN: Nach dem Vorfall in der Champions League, bei dem Benfica-Spieler Gianluca Prestianni im Streit mit Real-Star Vinicius Junior seinen Mund bedeckte und daher unter Verdacht geriet, rassistische Bemerkungen gemacht zu haben, handelt die FIFA. Bei der Weltmeisterschaft kann das Bedecken des Mundes in Konfliktsituationen mit einer Roten Karte geahndet werden. Diese Regel wurde von FIFA-Präsident Gianni Infantino persönlich vorgeschlagen.
PLATZVERWEIS BEIM VERLASSEN DES SPIELFELDS: Auch auf die Ereignisse im Finale des Afrika-Cups zwischen Senegal und Marokko, als sich die senegalesische Mannschaft in die Kabinen zurückzog, reagiert die FIFA: Spieler, die aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung das Feld verlassen, riskieren die Rote Karte. Dies betrifft auch Trainer oder Funktionäre, die Spieler dazu auffordern. Wenn eine Mannschaft einen Spielabbruch verursacht, wird das Spiel grundsätzlich zugunsten des Gegners gewertet.
Vermeidung von Zeitverzögerungen
GELBE KARTEN WERDEN ZWEIMAL GESTRICHEN: Aufgrund des vergrößerten Turnierformats (48 Teams, zusätzliche K.o.-Runde) ändert die FIFA die Sperrregelung. Gelbe Karten verfallen künftig sowohl nach der Gruppenphase als auch nach dem Viertelfinale, nicht mehr nur nach dem Viertelfinale wie zuvor. Ziel ist es, das Risiko von Sperren in wichtigen Spielen zu verringern. Eine Sperre droht nur noch, wenn ein Spieler in zwei der drei Gruppenspiele oder zweimal zwischen dem Sechzehntelfinale und dem Viertelfinale verwarnt wurde.
COUNTDOWN BEI EINWÜRFEN UND ABSTÖSSEN: Nachdem im letzten Jahr ein Countdown eingeführt wurde, um zu verhindern, dass Torhüter den Ball zu lange halten und das Spiel verzögern, wird dieser nun auch bei Einwürfen und Abstößen angewandt. Der Schiedsrichter zählt fünf Sekunden mit der Hand herunter. Wird das Spiel nicht vor Ablauf des Countdowns fortgesetzt, erhält das gegnerische Team den Ballbesitz.
PAUSE NACH BEHANDLUNG WEGEN VERLETZUNG: Diese Regel, die in der MLS bereits erfolgreich getestet wurde, kommt nun bei der WM zur Anwendung. Wenn ein Spieler wegen einer Verletzung auf dem Platz behandelt wird und das Spiel länger als 15 Sekunden unterbrochen ist, muss er das Feld verlassen und eine Minute warten, bevor er zurückkehren darf. Argentiniens Superstar Lionel Messi, der dies bei Inter Miami erlebt hat, kritisierte: "Solche Regeln sind seltsam." Ausnahme: Die Behandlung erfolgt nach einem Foul, das mit Gelb oder Rot bestraft wurde.
ZEHN SEKUNDEN FÜR AUSWECHSLUNGEN: Sobald der Vierte Offizielle einen Wechsel anzeigt, hat der auszuwechselnde Spieler zehn Sekunden Zeit, das Feld zu verlassen. Schafft er das nicht, muss der eingewechselte Spieler bis zur nächsten Spielunterbrechung mindestens eine Minute warten, bevor er das Spielfeld betreten darf. Der ausgewechselte Spieler muss das Feld jedoch auf jeden Fall verlassen.
Trinkpausen zu Werbezwecken?
VIDEOASSISTENTEN DÜRFEN ECKEN PRÜFEN: Der Videobeweis bekommt erweiterte Kompetenzen. Zukünftig darf der VAR drei zusätzliche Situationen überprüfen: falsch gegebene Ecken (die Überprüfung erfolgt sofort und ohne Verzögerung), eine zweite Gelbe Karte, die zu Gelb-Rot führt, sowie eine Verwechslung von Spielern bei Platzverweisen oder Verwarnungen.
TRINKPAUSEN: Es wird künftig zwei wetterunabhängige Trinkpausen geben. Nach etwa 22 und 67 Minuten wird das Spiel jeweils für drei Minuten unterbrochen. Laut FIFA soll dies für "gleiche Bedingungen" sorgen, doch die Pausen bieten auch Werbezeit für die Sender und bringen somit Geld in die Kassen des Weltverbands. Während dieser Zeit ist laut den Regelhütern des International Football Association Board (IFAB) das Coaching per Videoanalyse auf Laptops und Tablets erlaubt.