Inspiriert von Arsène Wenger: FIFA erprobt 'Tageslicht'-Abseitsregel in Kanada
"Das ist ein bedeutsames Pilotprogramm", erklärte Arsène Wenger als FIFA-Direktor, der diese Idee schon lange vorantreibt: "Durch den Test dieser neuen Regelung in einem Profiwettbewerb lernen wir ihre Effekte besser kennen, unter anderem für mehr Transparenz, einen reibungsloseren Spielablauf und die Stärkung des Offensivspiels."
Der neue Regelansatz lautet: Ein Spieler gilt nicht als abseits, falls noch ein torfähiger Körperteil auf der Höhe des vorletzten Verteidigers liegt. Abseits liegt nur vor, wenn ein Abstand ("Tageslicht") zwischen Spieler und Verteidiger erkennbar ist, also der Angreifer ganz hinter dem vorletzten Gegenspieler positioniert ist. In der Bundesliga waren kürzlich die umstrittenen Entscheidungen auf Millimeter durch die semi-automatische Abseitstechnik stark im Gespräch.
Zusätzlich wird ein Challenge-System erprobt
Bereits Ende letzten Jahres brachte FIFA-Präsident Gianni Infantino erneut eine Weiterentwicklung der Abseitsregel zur Sprache. Das Ziel sei, den Fußball "offensiver und attraktiver" zu machen, so der Schweizer. Die Verantwortlichen des International Football Association Board (IFAB) beschlossen jedoch bei ihrer Jahresversammlung im Februar, zunächst "die aktuellen Tests zu Abseits fortzusetzen".
In der kanadischen Topliga wird außerdem ein neues Challenge-System als Ergänzung zum Video-Assistenten (VAR) getestet. Trainer haben eine begrenzte Zahl von Anfragen zur Überprüfung, nicht jeder entscheidende Moment wird automatisch gecheckt. Der vierte Schiedsrichter überprüft weiterhin jedes Tor auf mögliche Abseitsverstöße des Angreifers.