Infantino hofft auf Vertrauen in FIFA: Fall Artan unglücklich
Gelegentlich, so führte Infantino aus, sei es ratsam, sich zu entspannen und zur Ruhe zu kommen – wir sind an allen Fronten tätig, wir versuchen, jedes Problem zu klären. Manchmal bewirkt lautes Schreien und Poltern genau das Gegenteil, statt eine Lösung zu erarbeiten. Die FIFA sei stets bemüht, Lösungen zu finden, betonte Infantino: Aber wir müssen akzeptieren, dass wir nicht die Herrscher der Welt sind, die über Regierungen und Polizeibehörden bestimmen können. Wir sind ein Sportverband.
Die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada, die am Donnerstag (21.00 Uhr MESZ im ZDF und bei MagentaTV) mit der Begegnung Mexiko gegen Südafrika eröffnet wird, wird unter anderem durch Visa‑Probleme belastet. Neben Artan war auch Fans und Funktionären des Iran, der sich mit den USA in einem Konflikt befindet, zuletzt die Einreise verwehrt worden. Vor diesem Hintergrund bat Infantino um Vertrauen in seinen Verband.
Verbindung zu mutmaßlichen Mitgliedern terroristischer Organisationen?
Leider ist unsere Welt eine sehr gefährliche und aggressive Welt, und Sicherheit hat oberste Priorität. Man muss die getroffenen Entscheidungen respektieren. Wenn ich sage, man solle entspannt bleiben, meine ich nicht, dass man untätig sein soll. Ich meine, dass man darauf vertrauen kann, dass wir im Hintergrund arbeiten. Wir versuchen, die Lage zu verstehen, erklärte der 56‑Jährige.
Artan, Afrikas Schiedsrichter des Jahres 2025, war vom Weltverband FIFA für die WM nominiert, aber am Flughafen von Miami von US‑Behörden abgewiesen worden. Im Gespräch mit der New York Times betonte Artan, er habe alle notwendigen Unterlagen und alles dabei gehabt. Ein Vertreter des US‑Außenministeriums teilte der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag mit, Artan stehe mit mutmaßlichen Mitgliedern terroristischer Organisationen in Verbindung, weshalb er für die Einreise in die Vereinigten Staaten nicht zugelassen sei.
Auf die BBC‑Frage, ob die FIFA die Kontrolle über ihr eigenes Turnier verloren habe, antwortete Infantino: Ich glaube, wir hoffen, dass die Frauen‑WM 2035 in Großbritannien ausgetragen wird – eine Entscheidung steht zwar noch aus, aber es sieht sehr danach aus. Würden Sie es für normal halten, wenn die FIFA der britischen Regierung vorschreiben würde, wen sie ins Land lassen darf und wen nicht?
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