"In den Seilen gehängt": Genesener Amiri avanciert zum Helden
Nach einer Woche im Bett zu Hause genügte Nadiem Amiri eine halbe Stunde auf dem Platz, um zum Helden im Kampf um den Klassenverbleib zu werden. "Er hing die ganze Woche ziemlich in den Seilen", erklärte Sportdirektor Niko Bungert: "Daher war von vornherein klar, dass er nur rund 30 Minuten durchhalten würde. Zuvor hatten wir 11 zu 0 an Ecken, ohne nennenswerte Gefahr zu verbreiten. Nadiem steigt ein, bei den ersten zwei Ecken fallen die Tore, und dann verwandelt er noch den Elfmeter selbst."
Mit seinen zwei Vorlagen aus Standards für die Treffer von Phillip Tietz (68.) und Stefan Bell (72.) sowie dem Punktball (83., Handspiel nach Videoüberprüfung) geleitete der deutsche International den FSV Mainz 05 aus dem Rückstand zum 3:1-Sieg (0:1) gegen den VfL Wolfsburg. "Er hat das Abschlusstraining gemeistert", berichtete Trainer Urs Fischer, weshalb er den zuvor erkrankten Spieler nach 65 Minuten einwechselte: "Es zählt enorm, wenn von der Ersatzbank solch ein Schub kommt."
Amiri vermöge es, die Mitspieler "um sich herum einfach zu heben", betonte Bungert: "Denn er besitzt eine einzigartige Fähigkeit, das Spiel zu antizipieren. Das wirkt sich positiv aus. Und wenn alles läuft, mischt er als emotionaler Charakter gerne mit, indem er Stimmung in die Mannschaft bringt." Der Regisseur zeige eine natürliche "Souveränität", strahle selbst unter Druck "eine beeindruckende Gelassenheit" aus und werde in dieser Spielzeit noch "maßgeblich" wirken.
Durch den zweiten Heimsieg in Folge rückten die Mainzer auf den Relegationsrang vor. "Jedes Match ist nun ein Endspiel", formulierte Amiri gegenüber der Sportschau als Leitlinie. "Ich denke", fügte Torschütze Tietz zwinkernd hinzu, "wenn du alle gewinnst, bleibst du in der Liga".