"Im Stich gelassen": Glasner rechnet mit Klubführung ab
Oliver Glasner kündigte am Freitag seinen Abgang für den Sommer an und griff am Samstag die Verantwortlichen von Crystal Palace scharf an. "Ich habe das Empfinden, dass wir total allein gelassen werden", erklärte der erfolgreiche Extrainer von Eintracht Frankfurt gegenüber der BBC. Er sei normalerweise zurückhaltend gewesen, doch jetzt schweige er nicht mehr, "da ich diese Spieler schützen muss".
Was lag dahinter? Beim 1:2 (1:1) gegen den AFC Sunderland fehlte dem Österreicher der Kapitän Marc Guehi, weil ein Transfer zu Manchester City bevorsteht. Schon im Sommer hatten sie den Starspieler Eberechi Eze plötzlich an den FC Arsenal abgeben müssen. Der Verein steckt momentan in Schwierigkeiten: Kürzlich flog der Titelverteidiger im FA Cup gegen den Sechstligisten Macclesfield raus.
"Am ärgerlichsten ist, dass wir unseren Kapitän einen Tag vor einem Premier League Match verkaufen", wetterte Glasner, der das Gefühl hatte, dass dem Team in dieser Saison schon "zweimal das Herz aus dem Leib gerissen" wurde. "Keinem Spieler kann ich etwas vorwerfen. Wir haben nur 12 oder 13 Spieler aus dem Aufgebot verfügbar und spüren keine Unterstützung."
Der Österreicher, der mit Frankfurt 2022 die Europa League holte, ließ seinen Ärger raus. "Ich blicke auf die Ersatzbank und kann nichts unternehmen, weil da nur Jugendliche sitzen", klagte er. Er hatte zuvor mit der Truppe "die erste komplette Trainingswoche seit September" absolviert, "und dann geben wir unseren Kapitän einen Tag vor dem Spiel ab. Das verstehe ich einfach nicht."
Einen vorzeitigen Ausstieg lehnt Glasner ab. "Nein, auf keinen Fall, das würde ich nie machen. Ich bleibe bis zum Ende bei diesem Team", versicherte er. BBC Experten rechnen trotzdem mit Konsequenzen von Seiten der Vereinsleitung. "Ich wäre baff, wenn er den Montagmorgen erlebt, ganz zu schweigen vom Saisonende", meinte der Exirland Torhüter Shay Given.