Hecking vor Rettungsmission: "Angst hemmt"

Hecking vor Rettungsmission: "Angst hemmt"

Dieter Hecking als Trainer möchte die Spieler des VfL Wolfsburg, der vor dem Abstieg steht, auch seelisch auf die nächsten Wochen vorbereiten. Er sagte bei seiner Vorstellung am Montag, er wolle "nicht zu viel verraten", doch er habe "bereits eine klare Vorstellung, woran es derzeit mangelt". Es sei einfach zu behaupten, "das seien doch alles gut bezahlte Profis. Tatsächlich handelt es sich um Menschen".

Solche Personen hätten möglicherweise vor zwei oder drei Monaten eine Lage wie die jetzige nicht für möglich gehalten, so Hecking. "Hier müssen wir psychologisch ansetzen. Ich bin überzeugt, dass Furcht behindert." Trotzdem solle man den "Mut besitzen", am Samstag (15.30 Uhr/Sky) selbstbewusst zu TSG Hoffenheim zu reisen und den Sieg anzustreben. In den nächsten Tagen plane er zahlreiche Unterredungen, um "verlorenes Vertrauen zumindest teilweise" wiederherzustellen.

Auch bei personellen Weichenstellungen beim Tabellen siebzehnten will Hecking keine Hemmungen haben. "Falls Spieler nicht mitmachen - die bekommen nicht mehr viel Einsatzzeit", betonte er. Er erkenne, "ob jemand voll engagiert" dabei ist oder bereits mit dem Kopf beim nächsten Engagement: "Genau diese Ablenkungen dürfen wir jetzt nicht dulden, und ich werde sie nicht dulden. Unabhängig davon, wer betroffen ist." Das könnte als "strenge Linie" gelten, doch es gehe ebenso darum, "die Spieler mit Respekt und Vertrauen" zu behandeln.

Mit starker Performance will Hecking die Unterstützer zurückerobern. Diese hatten nach der 1:2 Pleite gegen den HSV unter Daniel Bauer ihren Frust offen ausgelebt. Die Reaktionen verstehe er durchaus, vielleicht sei aber "eine gewisse Grenze überschritten" worden, meinte Hecking: "Trotzdem müssen wir Erfolge erzielen." Sollte das Team liefern und überzeugen, "weiß ich, dass die Fans wieder da sind", aber die Spieler trügen "die Verantwortung, das wiedergutzumachen".