Gwinn nach Verletzungen eine andere Spielerin
Die DFB Kapitänin Giulia Gwinn betrachtet ihre gravierenden Verletzungen als einen bedeutsamen Wendepunkt in ihrer beruflichen Laufbahn. Vor meiner allerersten Verletzung war ich eine höchst zurückhaltende Person, erklärte die Verteidigerin von Bayern München gegenüber dem Tagesspiegel. Inzwischen agiert sie mit mehr Selbstvertrauen und dient als zentrale Ansprechperson für ihre Mitspielerinnen. Nach zwei Kreuzbandrissen fühlt sie sich als eine völlig veränderte Athletin.
Bezüglich der wachsenden Zahl von Kreuzbandverletzungen hält Gwinn die erhöhte Beanspruchung, die körperlichen Erfordernisse, die verdichteten Spielkalender sowie den rasant zunehmenden Konkurrenzkampf für mitursächlich. Das Gefahrenpotenzial könne jedoch niemals vollständig ausgeschlossen werden. Die mentale Betreuung habe ihr unterstützt, die Niederlagen zu verkraften und frische Kraft zu schöpfen.
Die immense öffentliche Wahrnehmung wirkt auf sie bislang noch ein wenig beunruhigend. In den sozialen Plattformen möchte sie gezielt natürlich auftreten und möglichst wenige Angriffspunkte schaffen. Ich bin überzeugt, dass Frauen eine andere Betrachtung erfahren als Männer, äußerte Gwinn, die auf Instagram von über 700.000 Nutzern verfolgt wird.
Angesichts des Strebens nach Gleichstellung würdigt die 26 Jährige die Beteiligung männlicher Fachleute. Es erfüllt uns mit Freude, dass nicht ausschließlich Frauen für Frauen eintreten. Auch Herren engagieren sich in der Sache, etwa hebt Joshua Kimmich als Nationalmannschaftskapitän wiederholt seine Position hervor, so Gwinn. Parallel dazu haben die Athletinnen mittlerweile eine Autorität erworben, durch die unsere Ansichten Tragweite erlangen und Einfluss nehmen.